HOME

Nordische Kombinierer: Kircheisen kämpft sich auf Platz zwei

Auch der Dauerschneefall konnte ihn nicht aufhalten: Björn Kircheisen hat sich beim Weltcup der Nordischen Kombinierer in Österreich den zweiten Platz erkämpft. Und das, obwohl er nach dem Springen erst noch weiter zurücklag.

Vorjahressieger Björn Kircheisen hat als Zweiter beim Weltcup der nordischen Kombinierer im österreichischen Ramsau nach Meinung von Bundestrainer Hermann Weinbuch alles richtig gemacht. Nach dem sechsten Platz auf der Normalschanze am Fuße des Dachsteins lief er bei Dauerschneefall in der zehn Kilometer langen Loipe ein taktisch kluges Rennen und musste nur dem Sprunglauf-Zweiten Bill Demong (USA) den Vortritt lassen. Kircheisen verbesserte sich im Gesamtweltcup auf den vierten Platz. Mit Eric Frenzel (Oberwiesenthal) auf Rang sieben und Tom Beetz (Biberau), der als Elfter ins Ziel lief, landeten zwei weitere deutsche Nachwuchs- Kombinierer im Spitzenfeld.

Der souveräne Tagessieger Demong hatte bei seinem ersten Saison-Erfolg im Ziel 28,3 Sekunden Vorsprung auf Kircheisen. Der Überraschungsdritte Jan Schmid (Norwegen) lag 37,3 Sekunden zurück. Nach einem schwachen Sprung verzichtete Weltmeister Ronny Ackermann (Dermbach) auf den Lauf. Im Gesamtweltcup fiel er auf Rang sechs zurück. "Das haben wir so abgesprochen", erläuterte Weinbuch. "Auch dass Björn gar nicht erst versucht hat, auf Demong aufzulaufen, war abgesprochen. Das hätte bei der bekannten Laufstärke des Amerikaners auch nicht geklappt. Da hätte eher gedroht, dass sich Björn übernimmt und das Podest verfehlt", sagte Weinbuch.

Kircheisen, der schon beim vierten Weltcuprennen des Winters Zweiter geworden war, sprengte in der dritten von vier Runden die Verfolgergruppe und setzte sich entscheidend ab. "Ursprünglich wollte ich erst in der letzten Runde attackieren. Doch ich fühlte mich gut, hatte Raketen-Ski unter den Füßen und habe deshalb eher angegriffen. Auf der letzten Runde konnte ich dann noch richtig Gas geben", jubelte Kircheisen.

Nach dem Springen haderte der deutsche Sprung-Trainer Andreas Bauer mit den Bedingungen. "Ausgerechnet die besten fünf im Weltcup hat’s erwischt. Da kam zum Dauerschneefall auch noch Rückenwind dazu. Die hatten keine Chance", schätzte Bauer ein. Trotz der Bedingungen kritisierte Ronny Ackermann aber auch seinen Sprung. "Ich bin nicht in Form", grantelte er und verzichtete dann angesichts von 3:24 Minuten Rückstand auf den Lauf. "Das wird ein sehr schweres Rennen. Der Rückstand ist zu groß, um noch ordentlich Weltcuppunkte sammeln zu können. Da hab' ich es vorgezogen, mich zu schonen, ein paar Körner für die noch sehr lange Saison zu sparen", sagte der Weltcup- Titelverteidiger.

DPA / DPA

Wissenscommunity