Pferdesport Deutsches Spring-Derby mit berüchtigtem Parcours


Das Deutsche Spring-Derby ist und bleibt einzigartig im Turnier-Zirkus des internationalen Pferdesports, denn das Derby ist das attraktivste Springen beim ältesten deutschen Reitturnier und zugleich der schwerste Parcours der Welt.

Das Deutsche Spring-Derby ist und bleibt einzigartig im Turnier-Zirkus des internationalen Pferdesports. Im immer weiter ausgedehnten Veranstaltungs-Kalender sticht diese Prüfung heraus, denn das Derby ist das attraktivste Springen beim ältesten deutschen Reitturnier und zugleich der schwerste Parcours der Welt. Es gibt keine Prüfung, die Fans und Reiter gleichermaßen fasziniert. Der Wettbewerb am Sonntag (13.00 Uhr/N3) ist erneut Höhepunkt des am Donnerstag beginnenden Turniers in Hamburg.

Herausforderung an Ross und Reiter

Der Parcours - oft kopiert, nie erreicht - ist außergewöhnlich lang: 1.230 Meter sind eine enorme Herausforderung für Pferd und Reiter. Die meisten wichtigen großen Prüfungen in Europa sind halb so lang. Zu bewältigen sind 17 Hindernisse, die meisten naturnah gebaut und feststehend, während für fast alle normalen Springen die Hindernisse von Turnier zu Turnier transportiert werden.

Viele der bekannten Hindernisse wie die Weiße Planke, das Tor, das Koppelgatter, die Feldsteinmauer und die Ziegelmauer sind 1,60 Meter hoch. Die große Mutprobe für Ross und Reiter ist der Absprung vom Großen Wall. Das wohl bekannteste Hindernis ist jedoch Pulvermanns Grab, eine Herausforderung der besonderen Art: insgesamt 15 Meter lang mit Wassergraben und drei Sprüngen.

Spektakulärer Derby-Parcours

Fast alles hat der Turnierschöpfer und Jagdreiter Eduard F. Pulvermann 1920 den natürlichen Hindernissen in der holsteinischen Landschaft nachempfunden. Irische Wälle oder Pulvermanns Grab könnten auch zu einer Vielseitigkeits-Prüfung gehören. Der Derby-Parcours ist so spektakulär, dass vieles von ihm auf Plätzen wie im englischen Hickstead und im französischen La Baule nachgebaut wurde.

Wer sich aufs Derby nicht gründlich vorbereitet, hat keine Chance. Es war Alwin Schockemöhle, der schon vor mehr als drei Jahrzehnten die wichtigsten Hindernisse daheim im oldenburgischen Mühlen nachgebaut hatte. Prompt fanden sich viele der berühmtesten Springreiter der Welt vor dem Derby bei ihm zum Training ein. Heute üben viele Reiter vor dem Derby auf dem Trainingsgelände von Luigi Livotto im holsteinischen Ahrensburg, wo praktisch der komplette Parcours nachgebaut wurde.

Kaum Newcomer unter den Siegern

Meist gewinnen in Hamburg Routiniers wie Nelson Pessoa, Hugo Simon, Achaz von Buchwaldt, David Broome, Sören von Rönne oder Ludger Beerbaum und keine Newcomer. Erfahrene Reiter, die Parcours und Hindernisse kennen, lassen es ruhig angehen. Wer stürmisch drauflos reitet, dem fehlt am Ende die Kraft. Das gilt für Pferd und Reiter gleichermaßen. Ex-Weltmeister Rodrigo Pessoa, der forsche Brasilianer, kann davon ein Lied singen. Wie aufreizend langsam ritt dagegen sein berühmter Vater Nelson Pessoa. Am Ende standen für den Senior sieben Derby-Siege in der Statistik.

Karl Morgenstern, dpa DPA

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