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TV-Kritik "Schlag den Star": Vorentscheidung im Wurstduell

Aus "Schlag den Raab" wird "Schlag den Star": Nach der Erstauflage im vergangenen Jahr schickt ProSieben wieder Promis gegen Normalos auf den Parcours. Den Auftakt machte Popstars-Choreograph Detlev D! Soost, der es nicht nur mit seinem Gegner, sondern auch mit Metzgermeister Raab zu tun bekam.

Von Ingo Scheel

Nach Effe und Kretzsche, Boning und Becker im Vorjahr trat nun also Detlev D! Soost bei "Schlag den Star" an. Der "Schleifer von ProSieben" bekam es - wie seine Vorgänger auch - mit einem ambitionierten Publikumskandidaten zu tun. Schon beim Einspieler, der den Gegner vorstellt, dämmerte es der Zielgruppe: Jener Oliver mag wohl Baumhäuser bauen, ganz sicher aber keine Luftschlösser. Der Absolvent der Kölner Sporthochschule zeigte sich von seiner motiviertesten Seite - beim Fußball, beim Tennis, beim Wasservolleyball. Auch in Sachen Grips überließ der wettkampferprobte Allrounder nichts dem Zufall, Restlücken in der Allgemeinbildung schloss Oliver beim Büffeln mit Freunden und Familie. Kurzum: alles andere als eine leichte Aufgabe für den Popstars-Mann, der sonst Casting-Kandidaten über den Schwingboden scheucht.

Der Tanzbodenkönig als Kunstexperte

Eine jener legendären Quizfragen, die den ProSieben-Werbeblock einleiten, lautete vor Jahren einmal: Was kann Detlev D! Soost besonders gut? Antwort A: "Tanzen" oder Antwort B: "Sackhüpfen"? Wer immer noch über die Lösung grübelt, dem sei geflüstert, dass Antwort C: "Laufrad laufen" ganz ausscheidet. Das erste Spiel wird im selbigen ausgetragen und unter dem Strich heißt das: maximaler Einsatz für minimalen Ertrag. Für einen kargen Punkt, den es beim Auftakt zu erspielen gibt, glühen die Köpfe der Kontrahenten bereits bedenklich im Glanze der Studioscheinwerfer. Soost, in Sachen Technik äußerst schlecht beraten, trägt trotz Helm einige Beulen am Kopf davon und der Mann aus dem Volk führt: 1:0 für Oliver, der es nur unwesentlich besser, dafür aber ein wenig schneller macht.

Doch so geht es für den Spielertrainer des TSV Solln nicht weiter. Beim Marienkäfer-Spiel hat D! ebenso die Nase vorn wie völlig überraschend auch beim Steilwand-Klettern. Lange Zeit führt Oliver hier, erreicht das Plateau in 25 Meter Höhe auch als erster, findet aber vor lauter Aufregung die Glocke nicht. D! macht es besser und bimmelt sich zur zwischenzeitlichen 5:1-Führung. Was er noch nicht weiß: Dies sind bereits seine letzten Punkte.

Im Wissensquiz präsentiert sich Soost noch kurzzeitig als Kulturexperte, als die Spielmacher interessanterweise Fragen nach James Bond und der Serie "Lost" in die Rubrik "Kunst" eingeordnet haben. Bei Themen wie Politik oder Geografie ist der Tanzbodenkönig jedoch selbst lost, wie er kleinlaut zugibt: "Ich weiß ja gar nichts!" lautet seine Selbsterkenntnis. Recall geht anders. Punktemachen auch, und das, obwohl er sich beim anschließenden Bolzen wacker schlägt, lange Zeit mithält, letztlich aber doch gegen Amateurkicker Oliver verliert und nun 5:10 hinten legt.

Wurstlängenvergleich und Pedalkraft

Dann schlägt die Stunde von Stefan Raab. Am vergangenen Wochenende selbst noch strahlender Zu-Null-Sieger bei "Schlag den Raab", fungiert er in dieser Sendung als Joker. Genau einmal kann der Star-Gegner in den ersten sechs Runden auf den prominenten Ersatzspieler bauen und die Dramaturgie könnte kaum besser sein. Der Ex-Metzger tritt statt Oliver zum sechsten Spiel an und das ist ihm auf den Leib geschrieben: Beim "Wurstduell" schneidet jeder der Kandidaten ein Stück Wurst ab, das größere gewinnt. Wer es als Erster fünfmal schafft, bekommt die Punkte - so die stark vereinfachte Regel des Wurstlängenvergleichs. Und es passiert, was passieren muss: Raab kam, schnitt und siegte. Die Vorentscheidung zur 16:5-Führung. Das nächste Spiel gerät so zum Matchball-Spiel. Tretauto-Fahren ist die Disziplin und hier lässt Oliver Rohm dann gar nichts mehr anbrennen. Den "Best of Seven"-Modus gewinnt er ungefährdet mit 4:0. Im Gesamtergebnis bedeutet das die uneinholbare 23:5-Führung und die Gewinnsumme von 50.000 Euro für den Münchner.

Noch dreimal geht es bei "Schlag den Star" in den nächsten Wochen um die Wurst. Die kommenden Promis auf dem Weg in die Raab`sche Ruhmeshalle: Baumarkt-Comedian Mike Krüger, Poldi-Kumpel Felix Sturm und Ex-Wok-Weltmeister Joey Kelly.

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