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Radsport: Zabel verlässt T-Mobile

Weder Jan Ullrich noch Erik Zabel konnten den Sieg von Filippo Pozzato bei den HEW-Cyclassics verhindern. Der 35-jährige Zabel gab nach dem Rennen seinen Weggang vom T-Mobile-bekannt. Den neuen Arbeitgeber nannte er nicht.

Beim deutschen ProTour-Heimspiel in Hamburg hatte die einheimische Prominenz mit der Entscheidung nichts zu tun. Weder Jan Ullrich noch Erik Zabel konnten eine Woche nach dem Ende der Tour de France den Sieg von Filippo Pozzato vor seinem Landsmann Luca Paolini bei den 10. HEW-Cyclassics verhindern. Nach 250,3 Kilometer spurtete der Italiener am Sonntag zum Erfolg auf der Hamburger Mönckebergstraße. Pozzato war der schnellste einer 15-köpfigen Spitzengruppe, die sich beim letzten Anstieg auf den Waseberg 15 Kilometer vor dem Ziel gebildet hatte.

Ullrich hatte vor dem Schlussspurt am Ende der Gruppe resigniert. "Das war sehr hart heute mit dem Regen. Am Schluss waren meine Beine ein bisschen lahmarschig - schade fürs Team, dass keiner auf das Podest kam", sagte Ullrich.

Rätselraten um Zabels neuen Arbeitgeber

Der 35-jährige Zabel gab unterdessen nach dem Rennen seinen Weggang vom T-Mobile-Team zum Jahresende bekannt. Seinen neuen Arbeitgeber, mit dem er sich auf einen Drei-Jahres-Vertrag verständigt hat, nannte der von den Bonnern in diesem Jahr zum ersten Mal nach 12 Jahren nicht für die Tour de France nominierte Vize-Weltmeister aber nicht. Als Kandidaten gelten die Schweizer Phonak- Mannschaft und die italienische Formation Domina Vacanze. Nach der Tour hatte bereits Alexander Winokurow verkündet, ab 2006 in Spanien für Liberty Seguros zu fahren.

Lange war das 18. von 27 ProTour-Rennen von Jörg Ludewig aus Steinhagen geprägt worden. Der Profi vom italienischen Domina Vacanze-Team war nach 34 Kilometern ausgerissen und wurde zusammen mit dem Belgier Leif Hoste aus dem Lance Armstrong-Team erst 19 Kilometer vor dem Ziel gestellt. Der Italiener Danilo di Luca behauptete die Führung in der ProTour-Wertung.

Nach 34 Kilometern hatte sich Ludewig, der Domina Vacanze verlassen wird, vom Feld abgesetzt. Bei der ersten von vier Bergwertungen über den 600 Meter langen Waseberg hatten sich zwei weitere Fahrer zu ihm gesellt. Bei der zweiten Überquerung blieb nur noch Hoste als als Ludewig-Begleiter. Inzwischen hatte es begonnen, heftig zu regnen. Ziemlich spät hatten sich T-Mobile, Gerolsteiner und das Alessandro Petacchi-Team entschlossen, im Feld Tempo zu machen. Die beiden "Flüchtlinge" hatten 75 Kilometer vor dem Ziel noch fast 15 Minuten Vorsprung. Aber in der Folge verringerte sich der Abstand enorm schnell.

Vorbereitung auf die Deutschland-Tour

Weder Ullrich, der sich redlich mühte, für den das Profil des Rennens aber wahrscheinlich zu wenig anspruchsvoll war, noch Zabel spielten eine entscheidende Rolle. Der Tour-Dritte bestreitet am Montag noch ein Kriterium am Stadtrand Mannheims, dann beginnt er mit der Vorbereitung auf die am 15. August beginnende Deutschland-Tour. Dabei strebt Ullrich den Gesamtsieg an. Zabel, der in Hamburg 2001 siegte, will auf die Deutschland-Tour verzichten und sich bei der Spanien-Rundfahrt auf die Straßen-WM am 25. September in Madrid vorbereiten.

Das vorher gestartete Jedermann-Rennen, bei dem 20 000 Teilnehmer am Start waren, wurde von einer Sturzserie überschattet. 40 Hobby- Fahrer mussten ins Krankenhaus gebracht werden, ein Starter erlitt schwere Kopfverletzungen.

Andreas Zellmer/DPA

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