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Schweiz: Zwei Minuten Todesangst: Tourist hängt ungesichert an Tandemdrachen

Bei diesen Aufnahmen stockt einem der Atem: Ein Tourist in der Schweiz wollte seinen Traum von einem Tandem-Drachenflug wahr machen, doch ein dramatischer Fehler seines Piloten machte daraus einen Albtraum.

Mit aller Kraft klammert sich Chris Gursky an den Hängegleiter und den Piloten

Zwischen Leben und Tod: Mit aller Kraft klammert sich Chris Gursky an den Hängegleiter und den Piloten

Diesen Ausflug in den Abenteuersport wird Chris Gursky sein Leben lang nicht vergessen: Der US-Amerikaner und seine Ehefrau Gail wollten ihren Urlaub in der Schweiz mit Drachenfliegen beginnen. Dazu hatte das Paar in Interlaken im Berner Oberland zwei Tandemflüge gebucht. Doch während Gail Gursky die grandiose Aussicht auf die Schweizer Berge in vollen Zügen genießen konnte, wurde der Flug für Chris zu einem Kampf um sein Leben, wie ein dramatisches Video zeigt, das der Fotograf und Autoteile-Manager aus North Port im US-Bundesstaat Florida auf Youtube gepostet hat.

"Mein erstes Mal Drachenfliegen wurde zu einem Nahtoderlebnis, weil mein Gurtzeug nicht am Gleitschirm befestigt war", schrieb Gursky unter den Clip. "Für 2 Minuten 14 Sekunden musste ich mich an mein Leben klammern! Die Landung war hart, aber ich habe überlebt, um die Geschichte zu erzählen."

"Ich habe nach unten geschaut und gedacht, das war's"

Das Video, dem der Urlauber den harmlos klingenden Titel "Schweizer Missgeschick" gegeben hat, lässt einem den Atem stocken. Es beginnt mit dem Start des Tandems. Deutlich ist zu sehen, dass nur das Gurtzeug des Piloten an dem Flugdrachen befestigt ist, aber nicht das von Gursky. Dann laufen die beiden kurz an und heben ab. Gurskys Körper sackt sofort nach unten, während der des Piloten waagerecht unter dem Hängegleiter hängt.

"Ich hatte erwartet, dass ich mich beim Gehen über dem Piloten einpendeln würde, aber schnell stellte ich fest, dass mein Gurtzeug nicht am Drachen oder sonst etwas befestigt war. Mein Körpergewicht verlagerte sich geradewegs nach unten", schrieb Gursky auf seiner Facebookseite. "Ich erinnere mich, dass ich nach unten geschaut und gedacht habe, das war's."

Auch der Pilot realisiert sofort, dass sein Fluggast im wahrsten Sinne des Wortes in Lebensgefahr schwebt. Als Gursky den Halt zu verlieren droht, versucht der Profi ihn mit der linken Hand festzuhalten und nur noch mit der rechten den Drachen zu lenken. "Der Pilot packte meine Hand, aber wie in einem Film rutsche meine Hand in Zeitlupe ab, bis ich einen weiteren Gurt auf seiner linken Seite zu fassen bekam, aber auch hier rutschte ich ab", schilderte Gursky die dramatischen Minuten.

Gurskys Bizepssehne reißt unter der Belastung

Volle zwei Minuten und 14 Sekunden dauert der Horror-Flug, dann endlich erreicht der Pilot eine Wiese und kann landen. Als der Deltasegler mit viel zu hoher Geschwindigkeit über das Gras fliegt, schlagen Gurskys Füße auf den Boden und er muss sich fallen lassen.

Als er sich aufgerichtet habe, habe er sofort gewusst, dass etwas nicht stimmte und gesehen, dass sein Handgelenk gebrochen war, schreibt Gursky weiter. Außerdem sei seine Bizepssehne aufgrund der großen Belastung gerissen. Der Tourist kam in ein Krankenhaus, wo sein Handgelenk mit einer Titanplatte fixiert wurde.

Obwohl er dem Tod nur haarscharf von der Schippe gesprungen ist, hat Gursky seinen Humor nicht verloren: "Warnung: Der Inhalt kann auf manche verstörend wirken. Einschließlich meiner Frau!", schrieb der Amerikaner im Vorspann des Videos. Auch den weiteren Verlauf der Aufnahmen kommentierte er immer wieder mit ironischen Untertiteln: "Houston, wir haben ein Problem!", heißt es kurz nach dem Start. Und wenig später: "Ich denke ... 'schöne Aussicht ... Ich werde sterben!'". Und: "Ich glaube, meine linke Hand macht einen Abdruck in die Metallstange."

Auf den Piloten ist Gursky nach eigenen Angaben nicht mehr sauer: "Über diese Phase bin ich hinaus", zitiert ihn die Internetseite "Cross Country". "Er hat alles getan, was er konnte, und noch mehr. Er ist ein guter Kerl." Das erstaunlichste aber ist, dass der Amerikaner noch nicht genug hat von dem Abenteuersport, wie er auf Facebook schreibt: "Ich kann Hängegleiten immer noch nicht von meiner Wunschliste streichen, bis ich einen erfolgreichen Flug beendet habe!"

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