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Schwimm-WM: Samulski holt Silber

Das war knapp: Die Deutsche Daniela Samulski hat im Finale über 50 Meter Rücken bei der Schwimm-Weltmeisterschaft in Rom als Zweite angeschlagen. Gold holte sich die Chinesin Zhao Jing. Im Halbfinale über 100 Meter Freistil untermauerte Britta Steffen ihren Anspruch auf Gold.

Silber war für Daniela Samulski Gold wert, Britta Steffen pokert vor dem WM-Showdown. "Ich bin so stolz", sagte die Essenerin Samulski nach ihrem Superrennen mit Europarekord über 50 Meter Rücken bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Rom. "Ich bin superzufrieden, fünfzig Meter sind immer so knapp." Den Sieg musste sie der Weltrekord schwimmenden Chinesin Zhao Jing überlassen. Doppel-Olympiasiegerin Steffen will nach ihrem lockeren Einzug in den Endlauf an diesem Freitag ihre Medaillen-Sammlung mit dem erhofften WM-Gold über 100 Meter Freistil komplettieren. "Das wird vielleicht das schnellste Finale aller Zeiten", sagte die Berlinerin, "es macht mir Spaß, dass ich gegen die Besten der Welt schwimmen kann."

Daniela Samulski konnte sich ihren im Halbfinale an die Russin Anastasia Sujewa verlorenen Weltrekord nicht zurückholen. Dabei blieb die 25-Jährige im Finale in 27,23 Sekunden unter der alten Bestmarke, doch die Chinesin Zhao Jing war in 27,06 Sekunden noch schneller. "Ich wusste vorher, dass es sehr knapp wird", sagte Samulski. "Das gucke ich mir in Ruhe an, wenn ich wieder zu Hause bin."

Vorlauf-Vierte, Halbfinal-Zweite: Britta Steffen will erst im Finale gewinnen. Die Berlinerin ließ es zum Auftakt über 100 Meter Freistil locker angehen. Im Kampf um einen Finalplatz ließ es Steffen im direkten Duell mit ihrer australischen Rivalin und Titelverteidigerin Lisbeth Trickett zunächst zu ruhig angehen. "Nach 75 Metern habe ich nach rechts und links geschaut und gedacht, oh Mann. Ich musste zulegen, sonst wäre es mir zu knapp geworden", sagte Steffen. Im Finale werden die Karten neu gemischt.

Freundschaftliche Gesten bestimmten das Halbfinale. Trickett half Steffen und machte ihr den Verschluss am High-Tech-Anzug zu. Im Wasser hatte dann die Australierin in 52,84 Sekunden die Nase knapp vor Steffen (52,87). Beide umarmten sich. An diesem Freitag wird es ernst. In der Niederländerin Marlen Feldhuis hat eine erwartete Konkurrentin um den WM-Titel kurzfristig auf den Start verzichtet. Auch Italiens Star Federica Pellegrini meldete ab. Sie sieht ihre Chancen auf das dritte Gold nach ihren Siegen über 200 und 400 Meter wohl eher über 800 Meter. Daniela Schreiber (Halle/Saale) verpasste als Halbfinal-Neunte knapp das Finale. "Ich bin schon ziemlich enttäuscht", sagte sie, "zwei Hundertstel sind eigentlich gar nichts."

Marco Koch (Darmstadt) verlor über 200 Meter Brust seinen Europarekord an den Ungarn Daniel Gyurta (2:08,08) und schwamm in 2:09,44 Minuten als Halbfinal-Zwölfter am Finale vorbei. "Ich war in der Mittagspause schon sehr erschöpft", sagte der erst 19 Jahre alte Koch. Caroline Ruhnau (Essen) verpasste in 2:25,36 Minuten als Halbfinal-13. trotz nur knapp verpassten deutschen Rekordes über 200 Meter Brust den Endlauf. Bereits im Vorlauf ausgeschieden waren Felix Wolf (Potsdam) über 200 Meter Rücken und Johannes Neumann (Riesa) über 200 Meter Brust.

Kein Tag in Rom ohne Rekordflut. Der Amerikaner Ryan Lochte löste als Sieger über 200 Meter Lagen in 1:54,10 Minuten seinen Landsmann Michael Phelps als Rekordhalter ab. Mit Bestzeit zum Titel schwammen auch der Brasilianer Cesar Cielo Filho in 46,91 Sekunden über 100 Meter Freistil und die Australierin Jessicah Schipper in 2:03,41 Minuten über 200 Meter Schmetterling. Die Kanadierin Annamay Pierse setzte in 2:20,12 Minuten über 200 Meter Brust ebenso schon im Halbfinale eine neue Marke wie der Australier Christian Sprenger in 2:07,31 Minuten über 200 Meter Brust.

Von Richard Janssen und Marc Zeilhofer, DPA / DPA

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