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Skispringen: Freund und Freitag mit guten Ergebnissen

Der Schreck stand Severin Freund ins Gesicht geschrieben, als ihm ein Schanzenmitarbeiter auf den Ski trat und dieser zu Bruch ging. Doch auch mit dem Ersatzmetarial lieferte er einen fast perfekten Wettkampf und sicherte sich hinter Andreas Kofler Platz zwei. Richard Freitag stand derweil erstmals auf dem Podest.

Severin Freund flog nach einer Schrecksekunde nur knapp am dritten Weltcupsieg seiner Karriere vorbei, Richard Freitag stand zum ersten Mal auf dem Podest. Mit zwei zweiten Plätzen beim Skisprung-Weltcup in Lillehammer hat Deutschlands neues Schanzen-Duo für einen Paukenschlag gesorgt und Hoffnungen auf einen glanzvollen Winter geweckt. Lediglich Doppelsieger Andreas Kofler war zu stark und baute seine Führung im Gesamt-Weltcup aus.

"Wir sind momentan auf einer guten Welle. Das gibt Selbstvertrauen für die kommenden Wochen. Wir wollen uns auf diesem Niveau stabilisieren, um eine gute Vierschanzentournee zu springen", sagte Bundestrainer Werner Schuster nach dem starken Auftritt seiner Schützlinge in der Olympia-Stadt von 1994.

Nicht nur Scherben bringen Glück

Freund hatte am Sonntag auf der Großschanze zunächst eine Schrecksekunde zu überstehen, als ihm ein Schanzenmitarbeiter auf die Ski trat und das Material kurz vor dem ersten Sprung des Bayern zu Bruch ging. "In solch einem Moment ist man mit den Nerven schon ein bisschen am Ende. Dafür sind mir gute Sprünge gelungen", sagte Freund.

In Windeseile begab sich der 23-Jährige wieder ins Tal, kramte seine Sommerski heraus und flog mit zehnminütiger Verspätung auf 132 Meter. Im Finale reichte es dann nur zu 124 Metern und damit nicht ganz zum Sieg, den sich Kofler nach Sprüngen auf 125,5 und 129 Meter mit einem Vorsprung von 2,8 Punkten sicherte. "Der erste Versuch war perfekt, beim zweiten waren ein paar Ecken und Kanten drin. Aber wenn man Zweiter wird, sollte man nicht zu viel kritisieren", meinte Freund.

Freitag landet auf Platz fünf

Auch Freitag lieferte 24 Stunden nach seinem zweiten Rang auf dem kleinen Bakken mit Platz fünf erneut eine gute Vorstellung ab. "Es ist angenehm, sich unter den Top Ten zu etablieren. An diesen Zustand kann ich mich gewöhnen", sagte der 20-Jährige aus Aue nach Sprüngen von 124,5 und 125 Meter.

Am Samstag hatte der Sachse den DSV-Springern das erste Erfolgserlebnis in der noch jungen Saison beschert. Mit Weiten von 95,5 und 103,5 Meter lag er sechs Punkte hinter Kofler, der im ersten Durchgang mit 105 Metern den 17 Jahre alten Schanzenrekord des Norwegers Espen Bredesen um einen halben Meter verbesserte.

"Ich freue mich riesig. Damit hatte ich nicht gerechnet. Das ist Wahnsinn", sagte Freitag. "Er hat die Nerven bewahrt und einen guten Wettkampf gemacht. Ich bin sehr zufrieden und stolz auf ihn. Das war eine tolle Momentaufnahme", lobte Schuster den Youngster. In der Gesamtwertung ist Freitag mit 154 Punkten Dritter, dahinter folgt Freund (123).

Schmitt nur auf Platz 25

Nichts zu lachen hatte Routinier Martin Schmitt, der seinen Saisoneinstand verpatzte. Nach dem letzten Platz auf der Normalschanze reichte es auf dem großen Bakken zumindest zu Rang 25 und damit den ersten Weltcuppunkten. "Damit muss man leben. Es war kein einfacher Wettkampf", sagte Schmitt.

Grund zur Freude hatten dagegen die deutschen Skispringerinnen, die bei ihrer Weltcup-Premiere einen Podestplatz durch Melanie Faißt bejubeln konnten. Die 21-Jährige aus Baiersbronn musste am Samstag mit Weiten von 88,5 und 93 Metern lediglich der siegreichen Amerikanerin Sarah Hendrickson und Coline Mattel aus Frankreich den Vortritt lassen. "Das ist unglaublich. Ich hätte nie gedacht, so weit vorne reinspringen zu können. Mama und Papa sind sicher stolz", sagte Faißt.

sportal.de / sportal

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