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Skisprung-Weltcup: Hannawald in Topform: Dritter Sieg mit Schanzenrekord

Sven Hannwald hat zum dritten Mal in dieser Saison ein Weltcup-Skispringen gewonnen. Der Hinterzartener stellte in Zakopane mit 140 Metern einen neuen Schanzenrekord auf und kann weiter auf den Sieg im Gesamt-Weltcup hoffen.

«Teufelskerl» Sven Hannawald hat die «Hölle von Zakopane» zum Brodeln gebracht. Der Hinterzartener kam am Samstag vor rund 70.000 Zuschauern zu seinem dritten Saisonsieg. Dabei stellte er im ersten Durchgang mit 140 Metern einen Schanzenrekord auf. Ebenfalls die größte Weite von 134 m im zweiten Sprung und die Gesamtnote 286,2 bedeuteten den Sieg vor dem Österreicher Florian Liegl (280,9/132/133) und Lokalmatador Adam Malysz (275,0/134/128,5).

"Ein geiler Sprung"

Im Vergleich zum vergangenen Jahr präsentierte sich Zakopane Hannawald-freundlich. Unzählige Sicherheitsbeamte sorgten für einen ungetrübten Abend, bei dem Hannawald für den Höhepunkt sorgte. «Ein geiler Sprung», jubelte der 28-Jährige im Auslauf nach dem Schanzenrekord und wurde dabei vom Publikum gefeiert. «Von solchen Sprüngen kann ich gar nicht genug bekommen. Die Schanze liegt so genial, die Stimmung ist sensationell, die Zuschauer sind fair - es macht einfach nur Spaß», sagte der Skiflugweltmeister, der dreieinhalb Meter weiter flog als der bisherige Rekordhalter Adam Malysz. Wie vor einer Woche in Liberec landete Hannawald nicht mit Telemark und bekam deshalb nur mäßige Haltungsnoten.

Die ersten zehn Plätze

1. Sven Hannawald (Hinterzarten)

286,2 Pkt. (140,0 m/134,0)

2. Florian Liegl (Österreich)

280,9 Pkt. (132,5/133,0)

3. Adam Malysz (Polen)

275,0 Pkt. (134,0/128,5)

Sigurd Pettersen (Norwegen)

274,1 Pkt. (133,0/129,0)

5. Christian Nagiller (Österreich)

272,4 Pkt. (129,0/131,5)

6. Primoz Peterka (Slowenien)

271,5 Pkt. (134,0/126,0)

7. Thomas Morgenstern (Öst.)

269,0 Pkt. (128,5/131,5)

8. Veli-Matti Lindström (Fin.)

261,4 Pkt. (128,5/127,0)

9. Andreas Goldberger (Öst.)

261,2 Pkt. (129,5/124,5)

10. Andreas Widhölzl (Öst.)

255,2 Pkt. (126,5/125,0)

Bei schlechteren Bedingungen und nach einer nervenzerfetzenden Pause machte der Mannschafts-Olympiasieger im zweiten Durchgang sein versprechen war, noch einmal einen genialen Sprung zu zeigen und diesen zu genießen. 134 Meter waren bei verkürztem Anlauf noch einmal das Beste. «Es hat alles gepasst. So etwas muss man genießen», meinte der Sieger.

Auch Martin Schmitt kämpft sich vor

Im Schatten von Hannawald machte auch Martin Schmitt bei seinem zweiten Comeback in dieser Saison eine gute Figur. Ein solider Sprung auf 124 Meter im ersten Durchgang toppte der Furtwanger mit 125 Metern. Damit schob er sich vom 19. auf Platz 12 nach vorn. «Ganz so wie vorgestellt läuft es noch nicht. Ich bin noch etwas instabil. Aber die Trainingstage zu Hause haben mir gut getan. Es geht schon aufwärts», sagte der zweimalige Weltmeister.

Auch Mannschafts-Olympiasieger Stephan Hocke (Oberhof) meldete sich nach dem vorzeitigen Abschied von der Vierschanzentournee mit deutlicher Formverbesserung zurück. In Zakopane kam er ins Finale und dort auf Platz 25. Ob es für die WM im Februar in Val di Fiemme reicht, ist jedoch ungewiss, zumal der Oberstdorfer Georg Späth am Samstag als zweitbester Deutscher mit Flügen auf 127 und 124 Meter Platz elf erreichte.

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