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Tennis: Görges verliert Finale gegen Radwanska

Julia Görges spielte mutig, aggressiv und attraktiv, doch sie machte im Finale von Dubai gegen Agnieszka Radwanska einfach zu viele Fehler. Am Ende verlor sie mit 5:7, 4:6 und verpasste ihren dritten Turniersieg auf der WTA-Tour.

Julia Görges hat das Finale des WTA-Turniers in Dubai mit 5:7, 4:6 gegen Agnieszka Radwanska verloren und ihren dritten Turniersieg auf der Tour verpasst. Die Polin verwandelte bei der mit zwei Millionen Dollar dotierten Veranstaltung nach 1:44 Stunden ihren zweiten Matchball und wird in der neuen Weltrangliste auf den fünften Platz vorrücken. Görges wird sich durch ihre vierte Final-Teilnahme auf Rang 16 verbessern.

Die 23-Jährige durfte sich trotz der Finalniederlage über eine tolle Turnierwoche freuen, in deren Verlauf sie im Halbfinale Caroline Wozniacki geschlagen und mit ihrem attraktiven Tennis die Herzen der Fans erobert hatte. "Jule hat stark gespielt. Ich musste schon mein bestes Tennis zeigen, um zu gewinnen", sagte Radwanska nach der Partie. Doch die Polin behielt am Ende die Nerven und sicherte sich den achten Turniersieg ihrer Karriere.

Görges mit viel Mut und Startschwierigkeiten

Mutig, aggressiv und immer auf den direkten Punktgewinn aus – so präsentierte sich Görges auch im Finale gegen Radwanska, die im Viertelfinale Sabine Lisicki glatt aus dem Turnier geworfen hatte. Allerdings dauerte es bei Görges einen Augenblick, bis sie ihren Rhythmus gefunden hatte. Sie begann etwas nervös und hatte vor allem Probleme mit ihrem Service. Gleich ihr erstes Aufschlagspiel gab sie ab und lag schnell mit 2:4 zurück.

Davon ließ sich Görges jedoch nicht beeindrucken. Sie zog ihr forsches Spiel durch und punktete immer wieder mit ihrer knallharten Vorhand. Die zunehmende Sicherheit im Spiel zahlte sich bald aus. Mit einem Break glich sie zum 4:4 aus und ging wenig später sogar mit 5:4 in Führung.

Görges: Tolle Schläge, leichte Fehler

Doch schon in dieser Phase offenbarte Julia Görges ihr großes Manko, denn wunderbare Schläge und direkte Punkte wechseln sich immer wieder mit einfachen Fehlern ab. Beim Stand von 5:5 und eigenem Aufschlag hatte sie mehrfach Spielball, konnte den Sack jedoch nicht zu machen.

Dann leistete sie sich zwei völlig unnötige Fehler mit der Vorhand und schon war das Aufschlagspiel weg. Die abgebrühte Radwanska ließ sich diesen Vorteil nicht mehr nehmen und brachte den Satz mit 7:5 nach Hause. Die Bilanz von 24:12 bei den direkten Gewinnschlägen zugunsten von Görges war ebenso symptomatisch für den Verlauf wie die 30 unforced Errors der Deutschen gegenüber deren sechs von Radwanska.

Radwanska schnell auf den Beinen 

Die Polin bestach durch ihr sicheres Spiel und ihre glänzende Beinarbeit – jeden Punkt muss man sich gegen sie hart und mit viel Risiko erarbeiten. Daran änderte sich auch im zweiten Durchgang nichts. Görges holte bei eigenem Service im dritten Spiel zunächst einen 0:40-Rückstand auf, nur um dann durch eigene Fehler doch das Break zu kassieren.

Als der nächste Aufschlagverlust die Polin mit 4:1 in Führung brachte, schien die Partie gelaufen zu sein. Doch Görges ist eine Kämpferin, und nachdem sie endlich mutiger den zweiten Aufschlag ihrer Gegnerin attackierte, wurde sie mit einem Re-Break belohnt.

Mehr war allerdings nicht drin. Im entscheidenden Spiel bei 4:5-Rückstand hatte Görges zwar noch einen Breakball, diesen vergab sie jedoch mit einer zu langen Vorhand. Ihr anderes Gesicht zeigte sie beim ersten Matchball, den sie mit einer krachenden Vorhand abwehrte. Ein zweites Mal gelang Görges das allerdings nicht, den nächsten Matchball returnierte sie ins Aus und damit hatte Agnieszka Radwanska das Turnier dank einer cleveren und konstanten Leistung verdient gewonnen.

sportal.de / sportal

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