THW Kiel 750.000 Euro für neuen Trainer


Nach der Entlassung von Erfolgscoach Zvonimir Serdarusic ist der THW Kiel auf der Suche nach einem neuen Trainer. Die Fußstapfen sind groß und für die "Idealbesetzung" Alfred Gislason muss Kiel wohl tief in die Tasche greifen.

Klotzen statt kleckern - im Stile von Bayern München stößt der THW Kiel beim spektakulärsten Trainerwechsel in der Geschichte der Handball-Bundesliga in neue finanzielle Dimensionen vor. Die Trennung von dem seit Donnerstag freigestellten Noka Serdarusic und die damit verbundene Verpflichtung eines Nachfolgers dürfte den deutschen Rekordmeister eine siebenstellige Summe kosten.

Nach Informationen des Kölner Express soll der Champions-League-Finalist dem Bundesliga-Rivalen VfL Gummersbach eine Rekordablöse von 750.000 Euro geboten haben, um den Isländer Alfred Gislason aus seinem noch bis 2010 laufenden Vertrag herauszuholen. Die Oberbergischen sind seit Jahren finanziell klamm und könnten einen derartigen Geldsegen gut gebrauchen.Doch mit dieser Summe ist es für die "Zebras" noch nicht getan. Serdarusic muss wohl ein Jahr weiterbezahlt werden, geschätzt wird diese Summe auf 300.000 Euro. Bei einer Beteiligung an den Erfolgsprämien des THW-Teams könnten weitere 200.000 Euro hinzukommen.

"Charismatischer Trainer mit Fachwissen"

Gummersbachs Geschäftsführer Stefan Hecker bestätigte das Interesse der Schleswig-Holsteiner an Gislason, wollte aber eine bevorstehende Trennung von Gislason, der noch im Urlaub ist, nicht kommentieren: "Alfred hat bis 2010 bei uns einen Vertrag, den ich mit ihm abgeschlossen habe. Mehr sage ich momentan dazu nicht."

Heckers Kieler Kollege Uwe Schwenker machte keinen Hehl daraus, dass der Skandinavier nahezu perfekt in sein Anforderungsprofil passen würde. "Wenn man über einen charismatischen Trainer mit großem Fachwissen spricht, der zudem seine Wurzeln in Nordeuropa hat, kommt man zwangsläufig unter anderem auf den Namen Alfred Gislason", sagte der Ex-Nationalspieler den Kieler Nachrichten.

Serdarusic-Wechsel zu den Rhein-Neckar Löwen

Wegen unüberbrückbarer privater Differenzen zwischen Serdarusic und Schwenker hatten die fünf Gesellschafter der THW-GmbH mit dem 57-Jährigen eine vorzeitige Vertragsauflösung ausgehandelt. Der Kontrakt des Bosniers mit deutschem Pass war ursprünglich noch bis zum 30. Juni 2010 datiert.

Wegen seiner großen Verdienste um den THW haben die Norddeutschen ungeachtet der vorzeitigen Trennung sogar ein Abschiedsspiel angeboten. Mit zeitlichem Abstand zum aktuellen Geschehen soll diese Partie am Ende der neuen Spielzeit in der Kieler Handball-Arena ausgetragen werden.

Bis dahin wird der einstige Kreisläufer auch längst einen neuen Arbeitgeber gefunden haben. Spekuliert wird über einen Wechsel von Serdarusic zu den Rhein-Neckar Löwen. Dort bekäme es der sperrige Coach allerdings wieder ausgerechnet mit Henning Fritz zu tun. Der Nationaltorhüter war von Serdarusic im vergangenen Jahr an der Förde ausgemustert worden und förmlich zur ehemaligen SG Kronau-Östringen "geflohen".

Andreas Frank/SID SID

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