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TOUR DE FRANCE: Zeitfahren: Die Angst vor der Uhr

5. Etappe, Mannschafts-Zeitfahren. Klingt recht harmlos. Trotzdem weckt allein schon der Gedanke an die kollektive Zeitjagd in vielen Profis die blanke Panik.

5. Etappe, Mannschafts-Zeitfahren. Klingt recht harmlos. Trotzdem weckt allein schon der Gedanke an die kollektive Zeitjagd in vielen Profis die blanke Panik. Normalerweise sind es vor allem die Sprinter und Favoriten gewohnt, sich die Etappe einteilen zu können. Mal an der Spitze des Feldes und mal weiter hinten. Gerade so, wie es Teamtaktik und Verfassung zulassen. Beim Mannschafts-Zeitfahren sind derartige Spielchen undenkbar.

Keine Patzer

Über die 67 Kilometer von Verdun nach Bar-Le-Duc dürfen sich die Teams keine Patzer, Pannen oder Ruhepausen leisten. Der Grund: Es zählt die Zeit des fünften Fahrers im Team. Das heißt, egal wie schnell die Zeitfahr-Spezialisten eines Teams auch über die Strecke fegen, das gesamte Ergebnis ist nutzlos, wenn der Fünfte im Team dem Tempo nicht folgen kann, stürzt oder eine Panne hat. Hinzu kommt die 25 Prozent-Hürde. Teams die es langsam angehen lassen und mit dem Sieg nichts zu tun haben wollen, dürfen nicht mehr als 25 Prozent langsamer sein, als die Siegerzeit. Ansonsten heißt es »Koffer packen«.

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Starke Telekoms

Die Telekom-Radler gehen mit einer Mischung aus Zuversicht und Respekt auf die Strecke. Unter normalen Umständen muss man sich im Magenta-Team keine Sorgen machen. Mit Jan Ullrich, Andreas Klöden und Steffen Wesemann treten bei den Telekoms drei starke Zeitfahrer in die Pedale. Dieses Trio wird das Tempo im Team vorgeben und ausgiebige Führungsleistung »im Wind«, das heißt an der Spitze des Teams, leisten. Telekom-Sport-Direktor Rudy Pevenage ist sich sicher, dass auch die schwächeren Fahrer im Team dieses Tempo durchstehen werden. »Sie können nur nicht selbst das Tempo vorgeben«, erklärte er auf der Homepage des Teams.

Tiefstapeln

Trotzdem sieht Pevenage das Team Telekom nicht in der Favoritenrolle. »Wir werden kaum mehr als eine Minute gegenüber der Siegermannschaft verlieren«, orakelt der Chef im Team Telekom. Ganz so chancenlos schätzen die Experten im Umfeld der Tour die Telekoms aber nicht ein. Zu den Anwärtern auf den Sieg zählen ganz klar das ONCE-Team, Lance Armstrongs US-Postal-Team und auch das Team Telekom.

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