Turin 2006 Das Olympische Feuer brennt


Mit einem Fest voll italienischer Lebensfreude haben am Freitagabend in Turin die Olympischen Winterspiele begonnen. Um 22.09 Uhr gab Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi mit der traditionellen Formel "Ich erkläre die XX. Olympischen Winterspiele von Turin für eröffnet" das Startsignal.

25 Minuten später entzündete die ehemalige italienische Skilangläuferin Stefania Belmondo das Olympische Feuer. An dem 16-tägigen Spektakel auf Eis und Schnee in der Hauptstadt des Piemont und der rund 100 Kilometer entfernten Bergregion um Sestriere nehmen rund 2500 Sportler aus 80 Ländern teil.

Vor 35.000 Zuschauern im Stadio Olimpico und bis zu zwei Milliarden weltweit vor dem Fernsehen forderte Jacques Rogge, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die Teilnehmer dazu auf, "diesen Spielen die Magie zu geben, die wir alle wünschen, und zwar nicht nur durch ihre Leistung, sondern auch durch ihr Verhalten". Die Sportler sollten im Geiste des Fair Play, in gegenseitigem Verständnis und Respekt, sauber und ohne Doping kämpfen.

"Turin ist stolz, Sie für einige Wochen bei uns zu haben. Wir empfangen Sie mit Herzlichkeit", sagte Valentino Castellani, der Präsident des Organisationskomitees (TOROC) nach der von den Gastgebern mit Temperament und Leichtigkeit inszenierten Show an die Sportler gewandt. Mit der feierlichen Eröffnungszeremonie erlebten die von strengsten Sicherheitsmaßnahmen begleiteten Spiele einen friedlichen Auftakt. Während der Feier patrouillierten Kampfjets am Himmel und kreisten Hubschrauber über dem Stadtgebiet.

Kati Wilhelm als Fahnenträgerin

Zu den prominentesten Gästen des Spektakels zählten 45 Staats- und Regierungschefs, unter ihnen Bundespräsident Horst Köhler sowie die Präsidenten-Gattinnen Laura Bush und Cherie Blair. Nach der großen Eröffnungsparty gehören die olympischen Arenen bis zum 26. Februar den Sportlern, die in 84 Wettbewerben um Gold, Silber und Bronze kämpfen. Als erster Wettbewerb steht an diesem Samstag das Biathlon- Rennen der Herren über 20 km auf dem Programm.

Als 32. Land marschierte die deutsche Mannschaft angeführt von der zweifachen Biathlon-Olympiasiegerin Kati Wilhelm als Fahnenträgerin ins Stadion ein. Die rund 100 in Orange, Grün und Weiß gekleideten Sportler und Sportlerinnen wurden mit freundlichem Applaus begrüßt. Den meisten Beifall heimste beim Betreten des Stadions erwartungsgemäß das Team der Gastgeber ein, das in seinen silberfarbenen Daunenjacken auch optisch ein Glanzlicht setzte. Wie vor zwei Jahren bei den Sommerspielen in Athen betraten die Mannschaften aus Nord- und Südkorea hinter einer gemeinsamen Fahne die Arena.

Ferrari zeichnet Olympische Ringe in den Boden

Vor dem Einmarsch der teilnehmenden Länder hatten die durch Disco- Musik der 70er Jahre in Partystimmung versetzten Zuschauer eine Atem beraubende Show geboten bekommen. Rund 6000 Künstler erfüllten die Feier unter dem Motto der Spiele: "Passion lives here - Leidenschaft lebt hier" mit Leben. Tanzeinlagen wechselten sich ab mit spektakulärer Akrobatik und Ausflügen in die Geschichte.

Zu den Höhepunkten des Festes, das Italiens Turn-Star Yuri Chechi mit Hammerschlägen auf einen Amboss eröffnete, zählte ein Ferrari-rot gekleideter Skater, der mit einem Feuerschweif aus dem Helm um das Stadionoval flitzte. Begeisterung auf den Rängen kam auch auf, als 413 Menschen mit ihren Körpern einen Skispringer symbolisierten und Luca Badoer mit einem Formel 1-Boliden von Ferrari die Olympischen Ringe auf den Boden zeichnete.

DPA


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