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Wimbledon Federer im Achtelfinale, auch Mayer weiter


Es sah so aus, als müsse Roger Federer wie sein Konkurrent Nadal frühzeitig nach Hause. Doch der Schweizer kämpfte sich in einem tollen Match gegen Julien Benneteau zurück und gewann in fünf Sätzen. Auch für die Deutschen läuft es gut.

"Das war ein verdammt hartes Match, mein Gott, war das brutal", stammelte ein sichtlich mitgenommener Roger Federer, nachdem er seinen Drittrundengegner Julien Benneteau nach fünf Sätzen am Ende doch noch mit 4:6, 6:7, 6:2, 7:6, 6:1 niedergerungen hatte.

Zwei Sätze hatte es ausgesehen, als würde nach Rafael Nadal in Roger Federer der nächste Topfavorit in Wimbledon vorzeitig die Koffer packen müssen. Julien Benneteau hatte im ersten Satz bei 4:4 den Aufschlag des Schweizers durchbrochen und mit eigenem Service den Durchgang gewonnen. Auch im zweiten hatte der Franzose die Nase vorn gehabt, nachdem er Federers zwischenteitliche Führung egalisieren konnte und den Tiebreak für sich entschied.

Dann kam Federer aber zurück, holte sich den dritten Satz und zitterte sich auch durch den Tiebreak des vierten Durchgangs zum Satzausgleich. "Das war unglaublich, ich hatte zwischenzeitlich nur versucht, am Leben zu bleiben", analysierte Federer am Ende erschöpft im TV-Interview. Im fünften Satz hatte der Schweizer dann aber leichtes Spiel. Benneteau wurde müde, rutschte zusätzlich noch mehrmals auf dem immer feuchter werdenden Rasen aus und ließ sich vom Physio während eines Seitenwechsels behandeln.

Doch das nützte alles nichts mehr, der Kampfgeist des Franzosen war noch wach, der Körper spielte aber nicht mehr mit, so dass Federer die hochklassige und spannende Partie nach gut dreieinhalb Stunden für sich entscheiden konnte.

Mayer kämpft sich ins Achtelfinale

Auch Florian Mayer hat das Achtelfinale erreicht. Der an Nummer 31 gesetzte Mayer gewann gegen den aufschlagstarken Polen Jerzy Janowicz nach Abwehr von zwei Matchbällen mit 7:6 (7:5), 3:6, 2:6, 6:3, 7:5.

Der gewonnene Tiebreak im ersten Durchgang hatte keine Sicherheit gebracht, der Polen war in den folgenden beiden Sätzen davongeeilt, ehe Mayer im vierten Satz das Spiel wieder besser in den Griff bekam, ausglich und im engen fünften Satz dann noch einmal richtig fighten musste, ehe er triumphieren konnte.

Sein bislang bestes Resultat bei den All England Championships war dem Bayreuther im Jahr 2004 mit dem Viertelfinaleinzug gelungen. Davon ist er jetzt nur noch einen Sieg entfernt. Ebenso wie seine Landsfrauen Sabine Lisicki und Angelique Kerber, die im Gleichschritt den Einzug ins Achtelfinale und damit in die zweite Woche von Wimbledon geschafft haben. Beide ließen sich in ihren Drittrundenmatches auch von zwischenzeitlichen Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen, überzeugten kämpferisch, aber auch spielerisch.

Lisicki kommt langsam aber sicher in Tritt

Den Anfang hatte Lisicki gemacht, die gegen Sloane Stephens (USA) den nächsten Schritt aus ihrem Formtief, das auf eine langwierige Knöchelverletzung gefolgt war, getan hatte. Beim 7:6 (7:5), 1:6, 6:2-Erfolg hatte Lisicki zwar einige Mühe gehabt, beeindruckte aber nicht nur durch eine starke Aufholjagd im Tiebreak des ersten Satzes, sondern vor allem nach dem zwischenzeitlichen Satzausgleich mit einem bärenstarken dritten Satz.

Dort nahm sie Stephens, die zuvor mächtig aufgedreht hatte, durch aggressives und druckvolles Spiel den Wind aus den Segeln und darf sich nun im Achtelfinale auf die Neuauflage des Halbfinalmatches von vor einem Jahr gegen Maria Sharapova freuen. Die russische Weltranglistenerste setzte sich 6:1, 6:4, gegen Hsieh Su-Wei aus Taiwan durch.

"Bine hat absolut nichts zu verlieren gegen die Spielerin der Stunde", sagte Rittner. "Ich freu' mich darauf. Es ist immer eine große Herausforderung, gegen Maria zu spielen. Auch wenn sie jetzt mit viel Selbstvertrauen von den French Open kommt", meinte Lisicki, die im Vorjahr glatt in zwei Sätzen den Kürzeren gezogen hatte und im direkten Vergleich mit 1:3 hinten liegt. Doch Sharapova wird die Deutsche trotzdem nicht unterschätzen. "Das wird ein hartes Stück Arbeit", sagte der Superstar respektvoll über die Berlinerin, "sie ist eine sehr gute Rasenspielerin".

Kerber nach souveränem Erfolg gegen Clijsters

Souveräner als Lisicki gelang Angelique Kerber der Achtelfinal-Einzug. Sie präsentierte sich beim 6:2, 6:3 gegen US-Youngster Christina McHale souverän. "Ich mag Gras und fühle mich sehr wohl. Es ist das erste Mal, dass ich hier in der zweiten Woche dabei bin", sagte die 24-Jährige. Lob gab es von Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner: "Angie ist schwer zu schlagen in dieser Form."

Daran darf sich als nächste Gegnerin: Kim Clijsters versuchen, die wohl ihre letzten All England Championships bestreitet. Sie setzte sich gegen die Russin Vera Zvonareva durch, die beim Stand von 6:3, 4:3 für Clijsters aufgab. "Linkshänderinnen sind immer schwer zu spielen, und sie spielt in letzter Zeit ein wirklich gutes Tennis. Kerber ist eine Fighterin und ein physisch sehr starkes Mädchen. Ich finde es immer spannend, gegen jemanden zum ersten Mal zu spielen."

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