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Wimbledon Wimbledon - Kohlschreiber gewinnt Prestigeduell gegen Haas


Haas war im deutsch-deutschen Prestigeduell über weite Strecken der tonangebende Spieler gewesen. Doch er nutzte seine Chancen nicht und am Ende verließ ihn die Kraft, so dass Kohlschreiber nach über drei Stunden mit einem lauten Jubelschrei das Match zu seinen Gunsten beenden konnte.

Seit seinem furiosen und völlig unerwarteten 13. Turniersieg in Halle vor gut zwei Wochen, häufen sich nun wieder die Negativmeldungen für Tommy Haas. Zunächst hatte er verkraften müssen, dass er nicht für die Olympischen Spielen in London nominiert worden war, dann schied er auch noch gleich in der ersten Runde von Wimbledon aus – ausgerechnet gegen Philipp Kohlschreiber.

Mit seinem Davis Cup-Kollegen verbindet Haas - nicht zuletzt wegen der Umstände der Davis Cup-Niederlage zu Jahresbeginn gegen Argentinien - bekanntermaßen nicht unbedingt das innigste Verhältnis, der Halbfinalerfolg von Halle war dem Altmeister daher sicherlich eine besondere Genugtuung gewesen.

Doch auf dem heiligen Rasen von Wimbledon glückte Kohlschreiber die Revanche. In einem zeitweise hochklassigen Fünf-Satz-Match rang er seinen Landsmann mit 3:6, 7:6 (10:8), 6:7 (5:7), 7:6 (7:1), 6:2 nieder. Kohlschreiber verwandelte in einer abwechslungsreichen Partie nach 3:19 Stunden Spielzeit seinen vierten Matchball gegen den mit einer Wildcard ausgestatteten Wimbledon-Halbfinalisten von 2009 und sparte natürlich nicht mit Superlativen: "Ich habe ein fantastisches Match gespielt."

Haas nutzt Chancen nicht und lässt dann nach

Danach hatte es zunächst allerdings nich ausgesehen, sondern nach einem Erfolg für Haas. Der gebürtige Hamburger war besser gestartet, hatte aggressiv immer wieder seinen Gegner unter Druck gesetzt und holte sich den ersten Durchgang. Auch in den folgenden zwei Sätzen hatte er eigentlich den Ton angegeben, vor allem bei eigenem Aufschlag sehr souverän agiert, allerdings seine Breakmöglichkeiten nicht nutzen können und im zweiten Durchgang einen Satzball vergeben. Der Tiebreak des dritten Durchgangs verlief dann zwar wieder zu seinen Gunsten.

Doch je weiter das Match voranschritt, schwand auch die Kraft bei Haas. Beim Service klemmte es, die Grundschläge ließen die Genauigkeit der vorangegangenen Durchgänge vermissen und nachdem der vierte Satz erneut im Tiebreak an Kohlschreiber gegangen war, hatte dieser freie Bahn, brachte den Entscheidungssatz ohne Mühe nach Hause und feierte seinen Sieg im Prestigeduell mit einem lauten, emotionalen Schrei.

Nadal nur anfänglich mit Problemen

Ebenfalls in Runde zwei steht Rafael Nadal, der gegen den Brasilianer Thomaz Belluci nur im ersten Satz Probleme hatte. Nach einem 0:4-Rückstand kam der Spanier zurück und gewann die Partie am Ende souverän mit 7:6 (7:0), 6:2, 6:3.

Bei den Damen gaben sich die Top-Favoritinnen Serena Williams und Petra Kvitova keine Blöße. Die viermalige Titelträgerin Williams besiegte Barbora Zahlavova Strycova aus Tschechin 6:2, 6:4. Die tschechische Titelverteidigerin Kvitova bezwang Akgul Amanmuradova aus Usbekistan mit 6:4, 6:4.

Mona Barthel ist dagegen bereits in der ersten Wimbledon-Runde ausgeschieden. Die 21-Jährige verlor in der Fortsetzung ihrer Partie gegen die an Nummer zwölf gesetzte Russin Vera Zvonareva mit 6:2, 6:7 (3:7), 4:6. Das Match war am Montagabend beim Stand von 1:1 nach Sätzen wegen Dunkelheit abgebrochen worden.

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