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Bundesagentur für Arbeit : "Pure Erniedrigung": Foto von Hartz-IV-Maßnahme sorgt für Empörung im Netz

Das Arbeitsblatt einer Weiterbildungsmaßnahme für Hartz-IV-Empfänger hat im Internet eine große Debatte verursacht. Jetzt hat die Bundesagentur für Arbeit bestätigt: Das Papier ist echt – und es kommt auch in Grundschulen zum Einsatz.

Twitter-Screenshot des Hartz-IV-Arbeitspapiers

Ein Beitrag einer Twitter-Nutzerin aus Berlin wurde vergangene Woche im Internet heftig diskutiert. Auslöser war das Foto eines Arbeitsblatts, das die Userin hochgeladen hatte. Nach eigener Aussage habe ihre Mutter den Bogen in einer Weiterbildungsmaßnahme für Hartz-IV-Empfänger ausfüllen müssen. Die Nutzerin kritisierte das Aufgabenpapier öffentlich als "pure Erniedrigung erwachsener Menschen".

Auf dem Arbeitsblatt geht es um relativ simple Rechtschreibfragen – beispielsweise um die Unterschiede zwischen "z" und "tz". Die Empörung im Internet war in den vergangenen Tagen deshalb groß: Fast 900 Mal wurde der Tweet kommentiert, mehr als 3000 Mal geteilt. Hunderte User nutzten die Gelegenheit, um ihre eigenen Erfahrungen mit Weiterbildungsmaßnahmen zu teilen. Wie es aussieht, handelt es sich nicht um einen Einzelfall.

Das sagt die Arbeitsagentur zu dem Arbeitspapier

Zunächst war unklar, ob das umstrittene Arbeitsblatt tatsächlich bei einer Maßnahme der Bundesagentur für Arbeit zum Einsatz kam. Mittlerweile hat die Arbeitsagentur auf Anfrage des stern den Einsatz des Arbeitsbogens bestätigt. "Es stimmt, dass dieses Arbeitspapier bei einem Maßnahmeträger in Niedersachsen ausgehändigt wurde. Es stimmt auch, dass das Papier sonst an Grundschulen zum Einsatz kommt", erklärte eine Sprecherin auf Nachfrage.

In einer schriftlichen Stellungnahme der Bundesagentur für Arbeit, die der Redaktion vorliegt, heißt es: "Die Weiterbildungsmaßnahme, über die getwittert worden ist, ist für eine große Zielgruppe von Personen mit ganz unterschiedlichen Kompetenzen und (Deutsch-)Kenntnissen entwickelt worden. Auch Menschen mit geringen Deutschkenntnissen können und sollen an dieser Weiterbildung teilnehmen.  Deswegen hat der Träger als allererste Standortbestimmung für jeden einzelnen Teilnehmer diesen Test ausgewählt (...)."

Haben Sie auch schlechte Erfahrungen mit Aufgaben/Arbeitspapieren in Maßnahmen der Arbeitsagentur gemacht? Schreiben Sie uns an leseraufruf@stern.de.

"Kritik kann und muss geäußert werden"

Im Gespräch mit dem stern betonte die Mitarbeiterin der Pressestelle allerdings, dass es sich bei der Maßnahme um die eines externen Trägers handele. Das Arbeitsblatt, in dem die erwachsenen Maßnahme-Teilnehmer geduzt werden, sei nicht angebracht, räumt die Bundesagentur für Arbeit ein. "Wir können gut verstehen, dass die Teilnehmenden dies kritisieren und teilen diese Meinung auch", so die Pressestelle der Bundesagentur. Kritik könne und müsse geäußert werden. Man habe Kontakt zu dem externen Maßnahmeträger aufgenommen, um das Problem zu besprechen. "Das Arbeitspapier wurde von einem zertifizierten Maßnahmeträger ausgehändigt und wir haben nicht die Befugnis, solchen Trägern ihr Zertifikat zu entziehen. Wir haben aber mit dem Träger Kontakt aufgenommen und geäußert, dass wir die Meinung der Twitter-Userin teilen", sagte die Sprecherin dem stern.

Quellen: Schriftliche Stellungnahme der Bundesagentur für Arbeit / Twitterprofil @CamJMilaC

Sehen Sie im Video: "Verfassungsgericht prüft "Hartz-IV"-Sanktionen"

Video: Verfassungsgericht prüft "Hartz-IV"-Sanktionen
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.