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Düsseldorf: "Rheinbahn": Für 120 Millionen Euro neue Züge bestellt – aber ein wichtiges Detail übersehen

Es ist ein Desaster für die Düsseldorfer "Rheinbahn": Das Unternehmen investiert 120 Millionen Euro in neue Stadtbahnzüge, doch dann fällt bei der Jungfernfahrt auf, dass die Züge nicht an alle Bahnsteige passen.

"Rheinbahn": U-Bahnhof Duissern in Düsseldorf

Der "Rheinbahn"-Zwischenfall ereignete sich am U-Bahnhof Duissern in Duisburg

Die Düsseldorfer "Rheinbahn" hat für einen dreistelligen Millionenbetrag neue Stadtbahnzüge bestellt, die zu breit für viele Haltestellen und damit für eine Linie unbrauchbar sind.

Bei der Testfahrt eines Prototyps des neuen Stadtbahnmodells vom Typ HF6 in der vergangenen Woche berührten Teile des Fahrzeugs am Duisburger Bahnhof Duissern die Bahnsteigkante. Das Unternehmen bestätigte dem stern einen entsprechenden "Kölner Express"-Bericht.

Düsseldorfer "Rheinbahn" räumt Fehler ein

Die "Rheinbahn" betreibt in der Region Düsseldorf den Straßenbahn-, Stadtbahn- und Busverkehr und fährt auf der Stadtbahnline U79 auch diverse Stationen in Duisburg an. Die Besonderheit: Die Haltestellen haben unterschiedliche Bahnsteighöhen von 26 und 90 Zentimetern, wobei die niedrigeren Bahnsteige breiter sind als die höheren. Der neue Zugtyp HF6 ist offenbar nur für die Hochflurbahnsteige ausgelegt. 

Wie groß die Schäden am Bahnsteig und dem Wagen durch die Berührung sind, teilte das Unternehmen nicht mit.

Der Vorfall ist so oder so ein Desaster für die "Rheinbahn". Das Unternehmen hat beim Hersteller "Bombardier" insgesamt 43 der zu breiten HF6-Triebwagen bestellt, Gesamtvolumen des Auftrags: über 120 Millionen Euro.

Die "Rheinbahn"-Geschäftsführung sieht die Ursache für die Fehlkonstruktion im eigenen Unternehmen. Bei der Erstellung des sogenannten Lastenhefts, das die Anforderungen für den Hersteller festlegt, sei der Haltestellentyp mit den niedrigen Bahnsteigen nicht berücksichtigt worden, räumte der Vorstand des Verkehrsunternehmens ein. "Auch gibt es für Haltestellen und Fahrzeuge hierzu keine einheitlichen Standards, die hätten helfen können, diesen Fehler zu vermeiden." Ob der Fehler weitere Konsequenzen haben wird, teilte die "Rheinbahn" ebenfalls nicht mit. Für Rückfragen war das Unternehmen zunächst nicht mehr zu erreichen.

Die "Rheinbahn" werde jetzt in Zusammenarbeit mit dem Hersteller prüfen, ob die Konstruktion der Wagen geändert werden könne, so der Vorstand in seiner Erklärung. In seiner jetzigen Form könne das Modell HF6 auf vier anderen Düsseldorfer Stadtbahnlinien eingesetzt werden. Auf der U79 müssen die Fahrgäste vorerst weiter mit älteren Fahrzeugen vorliebnehmen.

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