HOME

Deutscher Gründerpreis: Wie man aus einem missglückten Curry ein Unternehmen macht

Was man macht, soll man mit Liebe machen: eine Familie gründen, ein Unternehmen starten oder auch Essen zubereiten. Die Lemckes beherzigten das, machten aber alles geichzeitig – und es klappte. Jetzt sind sie für den Deutschen Gründerpreis nominiert.

Die Ankerkraut-Gründer Anne und Stefan Lemcke.

Die Ankerkraut-Gründer Anne und Stefan Lemcke.

„Alle haben mir abgeraten: Gewürze gibt’s doch seit hundert Jahren“, sagt Stefan Lemcke. „Wir hatten gerade unser erstes Kind bekommen. Das Zweite war unterwegs“, sagt Anne Lemcke. „Nicht gerade der beste Zeitpunkt, um zu gründen.“

Die Lemckes zogen es 2013 trotzdem durch und brachten ihre Firma Ankerkraut an den Start, einen Gewürzhersteller neuer Art: Alles bio, keine Zusatzstoffe, tolle Verpackungen und hippes Image. So machten sie sich daran, den monopolartigen deutschen Gewürzmarkt umzukrempeln. Dabei setzten sie alles auf eine Karte.

„Gott sei Dank hat es geklappt“, sagt Stefan Lemcke, der sich selber als das „schwarze Schaf“ seiner Familie bezeichnet: Kein Abi gemacht, sich selber das Programmieren beigebracht. Gejobt, hoch gearbeitet und schließlich als selbstständiger Softwareexperte erfolgreich. Dann diese Existenz wieder aufgegeben und in einer Garage in Hamburg-Wilhelmsburg als Ein-Mann-Gewürzmanufaktur wieder neu angefangen. Dabei riskierte er seine Ersparnisse – sehr zum Missfallen von Ehefrau Anne.

Ein echtes Familienunternehmen

„Ich hatte einen inneren Drang. Ich habe mir gesagt: Das muss ich machen, sonst bereue ich das mein Leben lang“, erinnert er sich. Drei Jahre später war er dann so weit, dass er seine Frau und deren Bruder mit ins Unternehmen holen konnte. Die PR-Expertin aus der Musikbranche fürs Marketing, den Finanzexperten für die Kostenkontrolle. Mit einem Auftritt in der Gründer-Show „Höhle der Löwen“ und der Beteiligung von Serien-Investor Frank Thelen ging es dann richtig los. Letztes Jahr machte Ankerkraut mit 70 Mitarbeitern rund neun Millionen Euro Umsatz.

Die Liebe zum Gewürz hat Stefan Lemcke aus Afrika mitgebracht: Als Sohn eines Entwicklungshelfers hatte er große Teile seiner Kindheit auf dem Kontinent verbracht. Dort lernte er exotischte Geschmäcker schätzen. Später, als Hobbykoch in Deutschland, tat er sich allerdings schwer damit, diese zu reproduzieren: „Auslöser war ein Curry, dass ich mal gekocht habe: Es wollte einfach nicht schmecken. Am Ende habe ich die ganze Gewürzdose reingekippt, aber es war immer noch nicht gut. Stattdessen fand ich am Boden des Topfes in der Soße eine Art Sediment.“ Billige Gewürze werden oft mit Reismehl gestreckt, enthalten Rieselhilfen und andere Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker.

Als Pappkamerad im ganzen Land vertreten

Lemcke besorgte sich die Rohstoffe und begann selber Curry und andere Gewürzmischungen zu produzieren. Noch heute kreiert er immer neue, abgefahrene Gewürzmischungen selbst. Rund 350 verschiedene hat das Unternehmen inzwischen im Angebot. Es gibt sogar den ersten Ankerkraut Laden in Hamburg, der die ganze Palette anbietet. Immerhin rund 80 Gewürze sind im Einzelhandel gelistet. Sie begegnen einem also im Supermarkt, meist mit einem Großen Pappaufsteller der Lemckes. „Wir sind eben ein Familienunternehmen durch und durch“, sagt Anne Lemcke. „Das sollen die Kunden auch spüren“. Sie stehen zu ihren Produkten – zur not eben auch als Pappkameraden im Laden.

Ankerkraut ist für den Deutschen Gründerpreis 2018 nominiert, der am 11. September vom stern zusammen mit den Sparkassen, Porsche und dem ZDF in Berlin verliehen wird.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.