Ausbildung Mangelndes Interesse an gering qualifizierten Jobs


Trotz 4,7 Millionen Arbeitslosen fehlen der Wirtschaft nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages gering qualifizierte Beschäftigte.

Trotz 4,7 Millionen Arbeitslosen fehlen der Wirtschaft nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) gering qualifizierte Beschäftigte. Viele Unternehmen hätten bei Berufen mit zweijähriger Ausbildung wie Lagerarbeiter oder Poststellen-Mitarbeiter einen erheblichen Bedarf, teilte der DIHK am Mittwoch in Berlin mit. Die Chancen für Jugendliche in diesen Berufen seien trotz der schwachen konjunkturellen Entwicklung gut.

Die Bundesregierung will die Ausbildungszeiten bei zahlreichen Berufen von drei auf zwei Jahre verkürzen. Damit soll vor allem lernschwachen Jugendlichen ein Berufsabschluss ermöglicht werden. Dies sei im Koalitionsvertrag festgeschrieben, bestätigte eine Sprecherin des Bundesbildungsministeriums einen entsprechenden Bericht der Zeitung "Die Welt" (Mittwoch).

Im Anschluss an die zweijährige Ausbildung sollten die Jugendlichen dann freiwillig bestimmte Weiterbildungsmaßnahmen wählen, um sich fortzubilden. Bereits 1999 sei beispielsweise die Ausbildung im Baugewerbe entsprechend modernisiert worden. Auch der Nachwuchs als Maler und Lackierer würde schon in zwei Stufen ausgebildet.

Die DIHK warf in diesem Zusammenhang den Gewerkschaften vor, "seit Jahren Vorschläge für moderne und maßgeschneiderte neue Berufe für praktisch begabte junge Leute" zu blockieren. Als Folge blieben jedes Jahr 80.000 Schulabgänger ohne Berufsabschluss.

Zugleich berichtete der DIHK, dass im vergangenen Jahr rund zwei Prozent mehr Jugendliche als 2001 einen zweijährigen Ausbildungsvertrag unterschrieben haben.


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