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Autoindustrie: Beispiellose Rabattschlacht

Bonbon zum Jahresende: Die deutsche Autobranche erwartet in den kommenden Wochen das große Preispurzeln - so sind Preisvorteile von 4000 Euro bei Sondermodellen nicht außergewöhnlich.

Nach einem Bericht der "Automobilwoche" gehen derzeit Volumenhersteller mit Rabatten in zweistelliger Prozenthöhe auf Kundenfang und locken bei Sondermodellen mit Preisvorteilen von bis zu 4.000 Euro und mit Rekordangeboten bei Inzahlungnahmen der Gebrauchtwagen. Sogar Premiummarken wie Porsche, Mercedes oder BMW helfen dem Bericht zufolge ihren Händlern mit Prämien oder Sonderfinanzierungen beim Verkauf.

Verband fordert mehr Preisdisziplin

"Das Hochschaukeln mit immer neuen und höheren Incentives kann so nicht weitergehen", warnte Bernd Gottschalk, Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), der Zeitung zufolge. Er forderte die Hersteller zu mehr Preisdisziplin auf. Die dauerhaft hohen Kaufanreize seien "kreuzgefährlich". Eine Trendumkehr werde "durch die extreme Basar- und Schnäppchenmentalität der Verbraucher verhindert."

Alarmstimmung herrscht auch beim Zentralverband deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), wie die "Automobilwoche" weiter berichtete. "Wir sind kurz davor, amerikanische Verhältnisse zu erreichen", sagte ZDK-Präsident Rolf Leuchtenberger. Die "Umsatzfetischisten" würden die "Existenzfrage der Rendite" übersehen. "Die Auswüchse führen dazu, dass man keine Neuwagen mehr verkauft, sondern nur noch Geld wechselt", klagt Michael Lamle vom VW-Händlerverband der Zeitung zufolge. "Es ist schwierig, sich dem Druck zu widersetzen."

Sogar VW gibt bei Touran nach

Deshalb wohl biete VW seinen Händlern in einem Schreiben selbst für den Verkaufshit Touran für "Kampfgeschäfte" Aktionsprämien von 800 Euro an, obwohl "aus kaufmännischer Sicht keine Förderung notwendig" sei, heißt es in dem Bericht weiter. Aus Opel-Händlerkreisen verlaute, der Hersteller habe sich mit den laufenden Sondermodell-Aktionen verausgabt und schon "alle Ressourcen zusammengekratzt". Sondermodell-Aktionen verausgabt und schon "alle Ressourcen zusammengekratzt". (AP)