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Mietzahlungsstopp: Adidas will privaten Vermietern nun doch weiter Miete zahlen

Adidas-Boss Kasper Rorsted hat angekündigt, zumindest privaten Vermietern seiner Läden weiter Miete zu zahlen. Damit reagierte der Konzern auf die teils scharfe Kritik am Zahlungsstopp.

Adidas-Boss Kasper Rorsted sieht sich zu unrecht einem Shitstorm ausgesetzt

Adidas-Boss Kasper Rorsted sieht sich zu unrecht einem Shitstorm ausgesetzt

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Der Sportartikelkonzern Adidas zahlt zumindest privaten Vermietern seiner Filialen ungeachtet der Schließungen in der Corona-Krise unverändert die Miete. "Wir haben sie ausgenommen, sie werden ihre April-Miete wie gewohnt erhalten", sagte Unternehmenschef Kasper Rorsted der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagsausgabe). Die meisten eigenen Geschäfte würden aber von großen Immobilienvermarktern und Versicherungsfonds angemietet. Diese hätten für die Maßnahme, die Mietzahlungen vorläufig einzustellen, "überwiegend Verständnis gezeigt".    

Rorsted reagierte damit auf die scharfe Kritik aus der Politik am Vorgehen des Sportartikelherstellers. Nach seinen Angaben kann der Konzern derzeit weltweit nur in drei Ländern normal seinem Geschäft nachgehen: "Damit wurde auf einen Schlag fast unser gesamter Vertrieb eingestellt; wir erwirtschaften, wenn man den Onlinehandel abzieht, normalerweise 60 Prozent unseres Umsatzes in diesen Märkten, der ist einfach weg."

Adidas beantragt Kurzarbeit

Rorsted kündigte an, dass Adidas diese Woche Kurzarbeit für Produktion, Lager sowie Mitarbeiter in den selbst betriebenen Läden beantragen werde. Für den Fall wochenlanger Einschränkungen sagte der Unternehmenschef: "Das wird zu massiven wirtschaftlichen Verwerfungen führen, deutlich schlimmer als in der Finanzkrise 2008/2009."

Adidas hatte einen Stopp von Mietzahlungen angekündigt - und brachte damit viele gegen sich auf, darunter Gastronom Tim Mälzer.

Allerdings ist Adidas nicht das einzige Unternehmen, dass Mietzahlungen stundet. Auch Handelsketten wie Deichmann, H&M, C&A, KiK und Takko haben ihre Zahlungen eingestellt oder planen es. Bund und Länder haben wegen der Corona-Krise eine weitgehende Schließung des Einzelhandels angeordnet. Ausnahmen gelten für den Lebensmittelhandel und Drogerien.

Zahlreiche Unternehmen stellen Mietzahlungen ein

Die Textil- und Modebranche leidet massiv unter den Auswirkungen der geschlossenen Filialen, weil sie ihre Frühjahrskollektionen nur im Online-Handel an den Kunden bringen können. Einem Bericht des Magazins "Capital" zufolge stellt im Moment "mindestens die Hälfte der namhaften Filialisten die Mietzahlung für April" ein. Dauerten die Schließungen länger an, wird die Zahl sogar noch steigen.

tis / AFP

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