Ernte Supersommer sorgte für Rekordweine


Der heiße Supersommer hat noch ein genussvolles Nachspiel: Durch die vielen Sonnenstunden reiften in deutschen Weinbergen Rekordweine mit stellenweise mehr als 300 Grad Öchsle heran.

Der außergewöhnlich heiße Sommer hat in den deutschen Weinbergen Rekordweine heranwachsen lassen. "Wir hatten in diesem Jahr bundesweit hervorragende Bedingungen, so dass von der Ahr bis zum Bodensee und von der Mosel bis Sachsen absolute Spitzenweine in den Kellern heranreifen", sagte der Präsident des Deutschen Weinbauverbands, Norbert Weber, am Donnerstag in Neustadt an der Weinstraße. In einzelnen Regionen wie etwa dem Rheingau seien Mostgewichte von 300 Grad Öchsle und darüber gemessen worden.

Nur eine kleine Ernte

Allerdings sei wegen der Trockenheit mit einer sehr kleinen Ernte von nur etwa acht Millionen Hektolitern zu rechnen. "Die Erträge lagen in diesem Jahr 20 bis 30 Prozent unter dem Durchschnitt", sagte Weber. Es sei nicht auszuschließen, dass am Ende sogar eine Sieben vor dem Komma stehe.

Denkwürdiger Weinjahrgang

Nach Einschätzung des Geschäftsführers des Deutschen Weininstituts (DWI), Armin Göring, wird man sich an den Weinjahrgang 2003 noch lange erinnern. Die in diesem Jahr gelesenen Weine hätten eine Lagerfähigkeit von mehreren Jahrzehnten. Auf Grund der Trockenheit hätten die Winzer von allen Sorten sehr gesunde Trauben einbringen können. Dies lasse harmonische Weißweine und farbkräftige, ausdrucksstarke Rotweine erwarten.

Lese weitgehend beendet

In den meisten Anbaugebieten sei die Lese weitgehend abgeschlossen. Lediglich dort, wo spätreifende Sorten wie Riesling dominierten, werde die Ernte erst Ende Oktober abgeschlossen sein. Trotz der geringen Erntemenge erwartet der DWI-Geschäftsführer keine Preissprünge nach oben.

Wirtschaftsflaute erfasst auch Weinmarkt

Die allgemeine Wirtschaftsflaute hat inzwischen auch den Weinmarkt erfasst. Nach einer Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung im Auftrag des Weininstituts ist der Konsum der edlen Tropfen in Deutschland im ersten Halbjahr 2003 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 3,1 Prozent gesunken. Nach der Studie setzt sich der Trend fort, Wein beim Discounter einzukaufen. Demnach konnten die Billigketten in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres ihren Marktanteil auf nun 46,4 Prozent steigern.

Jede vierte Flasche bei Aldi gekauft

Jede vierte in Deutschland gekaufte Flasche Wein komme inzwischen aus den Regalen des Discount-Riesen Aldi. Nach Görings Worten führt diese Verschiebung zu sinkenden Durchschnittspreisen. So kostete eine Flasche Wein in Deutschland im ersten Halbjahr 2003 durchschnittlich 2,12 Euro, sechs Cent weniger als noch vor einem Jahr.

Rotwein beliebteste Sorte

Bei den bevorzugten Sorten bleiben die Deutschen weiterhin dem Rotwein treu. Rotweine machten nach der GfK-Studie in den ersten sechs Monaten des Jahres 51,8 Prozent aller konsumierten Weine aus. 39,7 Prozent aller ausgeschenkten Weine waren Weißweine, der Rest Roseweine.

DPA

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