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Nachhaltigkeit "Technologischer Meilenstein": Europäische Forscher stellen erstmals CO2-neutrales "Solarkerosin" her

Ein Flugzeug in den Alpen beim Durchstarten
Ein Flugzeug in den Alpen: Fliegen ist für viele Menschen für Urlaub und Fracht enorm wichtig, fürs Klima aber schädlich. Ein neuer Treibstoff soll das ändern.
© Imago Images
Europäischen Wissenschaftler ist es erstmals gelungen, künstlich Kerosin herzustellen. Und nicht nur das: Der hergestellte Flugtreibstoff ist auch kohlenstoffneutral.

Normalerweise fliegen Flugzeuge mit Kerosin, das direkt aus Rohöl gewonnen wird. Das Problem dabei: Sowohl die Gewinnung als auch der Ausstoß sind enorm schädlich für das Klima. Eine neue Studie aus dem Jahr 2021 hat beispielsweise ergeben, dass der weltweite Flugverkehr etwa vier Prozent der globalen Erderwärmung ausmacht.

Für die Luftfahrt eine echte Herausforderung: Bislang gibt es zwar kaum Alternativen zu dem Flugzeug-Treibstoff – klar ist aber: Wenn weiterhin Passagiere und Fracht per Flugzeug transportiert werden sollen, müssen die Folgen für den Klimawandel reduziert werden.

"SUNlight-to-Liquid": Forschungsprojekt verspricht kohlenstoffneutrales Fliegen

Auch in Europa forschen Wissenschaftler daher an neuen Methoden und Möglichkeiten, um das Fliegen klimafreundlicher zu machen. Ein echter Durchbruch ist Wissenschaftlern dabei im Rahmen des "SUNlight-to-Liquid"-Projekts der Europäischen Union gelungen: Sie konnten Kerosin komplett künstlich hergestellt  – und zwar ausschließlich aus Kohlenstoffdioxid, Sonnenenergie und Wasser.

Laut der Studie in der Fachzeitschrift Joule nutzten die Wissenschaftler für die Herstellung einen Turm mit 169 Solarzellen, einem Solarreaktor und eine Einheit, die Gas in Flüssigkeit umwandeln kann. Auf diese Weise lassen sich Solarkraftstoffe mit hoher Effizienz günstig herstellen.

Klimaschädliche Folgen durch Solaranlage ausgeglichen

Ein besonders wichtiger Punkt bei der Herstellung: Statt fossilen Energieträgern wie Erdöl wird für die Herstellung Kohlenstoffdioxod, also CO2 verwendet. Während normales Kerosin also bei der Gewinnung und Produktion CO2 ausstößt, reduziert das neue "Solarkerosin" sogar das CO2-Level auf der Erde. Die beteiligten Forscher sprechen daher sogar von "einem technologischen Meilenstein in der Produktion von nachhaltigen Flugtreibstoffen".

Futuristisches Flugzeug soll in drei Stunden von Paris nach New York fliegen.

Ein Teil davon wird beim Fliegen zwar wieder ausgestoßen. Aldo Steinfeld, einer der beteiligten Forscher und Professor an der ETH Zürich, sagt trotzdem, dass der Treibstoff dadurch kohlenstoffneutral ist: "Die Menge an CO2, die bei der Verbrennung von Kerosin in einem Flugzeugtriebwerk ausgestoßen wird, entspricht der Menge, die in der Solaranlage hergestellt wird." Ergo: Die klimaschädlichen Folgen würden wieder ausgeglichen.

Quellen: Joule, Forbes, Wind Magazine, "Deutsche Welle"


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