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ANLEGER: Wieder mehr auf Finanzkraft der Firmen achten

Die Börsenmärkte scheinen sich langsam zu erholen. Doch auch jetzt gilt: erste einmal die Finanzkraft der Unternehmen checken, denn selbst Blue-Chip-Bilanzen liegen im Schatten.

Anleger sollten bei Börsengeschäften wieder verstärkt auf die Finanzkraft der Unternehmen setzen. Schon in den vergangenen Woche konnten Gesellschaften mit soliden Kapitalstrukturen überdurchschnittliche Kurserfolge verbuchen, wie die Analysten der Finanzgruppe Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba-Trust) empfehlen.

Zweifel an der finanziellen Substanz

Eine hauseigene Untersuchung von 90 europäischen Blue-Chip-Werten, also tonangebenden Börsentiteln in DAX, EURO STOXX 50 und STOXX 50, hat wachsende Zweifel an der finanziellen Substanz- und Ertragskraft vieler »Großen« bestätigt, betonen die Experten. Beispielsweise liegen Schatten über den Jahresabschlüssen bei Firmen der Bereiche Technologie (Alcatel), Telekommunikation (France Telecom, British Telecom, Deutsche Telekom) und Medien (Vivendi). Die zum Teil massiven Investitions- und Expansionskosten würden zur großen Belastung. Einzelne Firmen könnten gezwungen sein, zur Besserung ihrer Bilanzstrukturen das Kapital aufzustocken.

Problematische Bilanzstrukturen

Auch Vertreter anderer Branchen wiesen nach kräftiger Expansion problematische Bilanzstrukturen auf, warnt Helaba Trust. Dies gilt für Unilever (Nahrungsmittel), Ahold (Konsum) und Carrefour (Handel). Die weiteren Wachstumschancen dürften in diesen Fällen vorerst begrenzt bleiben, heißt es weiter. Selbst bei soliden Versorgern wie RWE, Suez oder Endesa ist eine recht dünne Eigenkapitaldecke auszumachen.

Dagegen zeichneten sich viele Grundstoff-, Öl-, Nahrungsmittel- und Pharmawerte durch gesunde Bilanzstrukturen aus, heißt es. Es gibt auch Titel des Technologie- und Telekommunkationssektors, die positiv herausragen.

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