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AUTOMOBILMARKT: DaimlerChrysler: Über eine Milliarde für Nutzfahrzeuge

DaimlerChrysler baut seine Position auf dem Markt für Nutzfahrzeuge weiter aus. Mit einer Investition von 760 Millionen Euro wird der Konzern 43 Prozent des japanischen Autobauers Mitsubishi erwerben.

DaimlerChrysler verbessert mit einer milliardenschweren Investition seine Position auf dem asiatischen Nutzfahrzeugmarkt. An Fuso, dem Nutzfahrzeug-Bereich des japanischen Autobauers Mitsubishi Motors Corp (MMC), wird der Konzern 43 Prozent für 760 Millionen Euro erwerben und dann damit größter Einzelaktionär sein. Der neue Chef, Wilfried Porth, kommt aus Deutschland. Überraschend wurde am Freitag von der DaimlerChrysler AG weiter mitgeteilt, dass der Konzern die Option einlöst, an der Nutzfahrzeuggruppe des koreanischen Autokonzerns Hyundai Motor (HMC) für 400 Millionen Euro die Hälfte der Anteile zu erwerben.

Postion als Weltmarktfüherer wird weiter ausgebaut

»Durch die Joint Ventures mit unseren starken Partnern bauen wir unsere Position als Weltmarktführer noch weiter aus«, sagte Nutzfahrzeugvorstand Eckard Cordes dazu. Asien sei der am schnellsten wachsende Nutzfahrzeugmarkt der Welt. Mitsubishi sei bei Lastwagen und Bussen in Japan mit 30 Prozent Marktführer und habe eine starke Position in den südostasiatischen Schlüsselmärkten. Hyundai sei in Korea, dem drittgrößten Markt Asiens, mit weitem Abstand Marktführer. Konzernsprecher Hartmut Schick sagte der dpa: »Beide Beteiligungen können aus dem deutlich verbesserten Cash-flow des DaimlerChrysler- Industriegeschäftes finanziert werden.« Reserven müssten nicht angegriffen werden.

Gemeinsame Motorenproduktion

Mit den geplanten Beteiligungen sieht DaimlerChrysler (Weltmarktanteil 20 Prozent) das Ziel erreicht, am Wachstumspotenzial eines Marktes direkt zu partizipieren, auf dem heute schon die Hälfte aller Nutzfahrzeuge verkauft wird. »Durch die Erweiterung in Asien können wir unserer Strategie, durch hohe Stückzahlen Kostenvorteile zu erreichen, nun noch konsequenter umsetzen«, erläuterte Cordes. Künftig will DaimlerChrysler bei seiner weltweiten Nutzfahrzeugproduktion in der Entwicklung eng zusammenarbeiten und gemeinsame Komponenten verwenden, wie etwa Mercedes-Motoren. Mit Hyundai wird ohnehin bis 2004 eine gemeinsame Motorenproduktion aufgebaut.

DaimlerChrysler will in den nächsten Jahren in Asien mit Personen- und Lastwagen einen Umsatzanteil von 20 bis 25 Prozent erreichen - 2001 lag er bei nur knapp fünf Prozent. Der Konzern verhandelt auch intensiv über ein bedeutendes Nutzfahrzeug-Gemeinschaftsunternehmen in China, das noch in diesem Jahr realisiert werden soll.

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