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Bank in der Krise: BayernLB steht vor harten Einschnitten

Magere Zeiten: Gut fünf Milliarden Euro hat Bayerns Landesbank im vergangenen Jahr verloren, nun müssen Mitarbeiter die Konsequenzen tragen. Rund 5600 von mehr als 20.000 Arbeitsplätzen sollen bis 2013 wegfallen. Das laufende Geschäftsjahr lässt trotzdem auf eine positive Entwicklung hoffen.

Die krisengeschüttelte BayernLB steht nach dem Rekordverlust von gut fünf Milliarden Euro im vergangenen Jahr vor harten Einschnitten. "2008 war für die BayernLB eines der schwierigsten Jahre in ihrer 125-jährigen Geschichte", sagte Vorstandschef Michael Kemmer am Mittwoch in München. Mit Hochdruck und Disziplin arbeite man deshalb jetzt an dem massiven Umbau, dem bis 2013 rund 5600 der zuletzt konzernweit 20.285 Arbeitsplätze zum Opfer fallen sollen. Ins neue Geschäftsjahr ist Deutschlands zweitgrößte Landesbank derweil positiv gestartet. In den ersten beiden Monaten seien positive Ergebnisse in allen Konzernbereichen erzielt worden. Daraus könne man aber noch nicht auf das Gesamtjahr schließen, sagte Kemmer.

Einen konkreten Ausblick für 2009 wagte er nicht. "Es ist sicherlich eine Riesen-Herausforderung für die BayernLB, im Jahr 2009 schwarze Zahlen zu schreiben." Man erwarte aber spürbare Verbesserungen im operativen Kundengeschäft. Dagegen stünden allerdings Sonderlasten für die massiven Umstrukturierungen in Höhe von rund 650 bis 700 Millionen Euro. Auch seien die weiteren Auswirkungen der Wirtschaftskrise noch nicht absehbar.

Nach den Worten von Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) muss die Bank jetzt in hohem Tempo vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Die Bank werde "redimensioniert" und auf ein partnerschaftliches Geldinstitut für den Mittelstand zurückgeführt. Die Bilanzzahlen entsprächen den Erwartungen. Die Milliarden-Verluste nannte der Minister schmerzlich.

Der US-Hypothekenmarkt stürzte die BayernLB in die Krise

Die BayernLB war durch Fehlspekulationen am US-Hypothekenmarkt in den Strudel der Finanzkrise geraten und musste alleine vom Freistaat Bayern mit rund zehn Milliarden Euro gestützt werden. 2008 fuhr die Bank einen Verlust von 5,1 Milliarden Euro ein. Die Belastungen aus dem Milliarden-Portfolio an vom Ausfall bedrohten Wertpapieren spiegeln sich im tiefroten Handelsergebnis von minus 2,3 Milliarden Euro und im Ergebnis aus Finanzanlagen wider, das sich auf minus 1,9 Milliarden Euro belief. Aus eigener Kraft hätte die Bank die Krise nicht bewältigen können, räumte Kemmer ein. "Es ist zu bedauern, dass vor allem die bayerischen Steuerzahler in Anspruch genommen werden mussten, um die existenzbedrohende Lage bei der BayernLB zu beseitigen." Ebenso bedauerlich sei der massive Stellenabbau. "Ähnliches darf sich in Zukunft nicht wiederholen", sagte Kemmer.

Einen weiteren Kapitalbedarf für die BayernLB sieht er derzeit nicht. "Nach gegenwärtigem Stand sind wir sauber kapitalisiert." Die Kernkapitalquote liege momentan bei 9,2 Prozent. "Da haben wir schon was eingebaut für stürmische Zeiten", sagte Kemmer. Er erwarte deshalb nicht, dass weitere Steuergelder notwendig seien. Auch für die Verhandlungen mit der EU-Kommission, die grünes Licht für das Sanierungskonzept geben muss, zeigte er sich zuversichtlich. Die Gespräche verliefen konstruktiv, "es gibt keine Signale, dass uns die EU zu Notverkäufen zwingen würde".

Auslandsstandorte werde geschlossen

Im Zuge ihrer Schrumpfkur will die Bank ihre Risikoaktiva um rund 70 Milliarden Euro zurückfahren. Künftig will sie sich auf die Zusammenarbeit mit den Sparkassen, auf den Mittelstand und das Privatkundengeschäft konzentrieren, Auslandsstandorte werden geschlossen oder eingedampft.

Bayerns SPD-Landtagsfraktionschef Franz Maget warf dem BayernLB-Vorstand und der Staatsregierung vor, die Situation bei der Landesbank schönzureden. "Die BayernLB wird auch in den nächsten Monaten ganz schweren Zeiten entgegengehen." Der Grünen- Haushaltsexperte Eike Hallitzky kritisierte, nur durch "Bilanzkosmetik" sei eine ausreichend hohe Kernkapitalquote bei der BayernLB erreicht worden.

DPA / DPA