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Bildungskosten: Steuervorteil bei beruflicher Weiterbildung

Wer sich 2003 beruflich weitergebildet hat, kann steuerlich viel abrechnen. Ganz gleich, ob man nebenbei studiert, sich umschulen oder nach Feierabend fortbilden lässt - diese Ausgaben können in die Werbekosten fließen.

Wer sich 2003 beruflich weitergebildet hat, kann viel steuerlich abrechnen. Ganz gleich, ob man nebenbei studiert, sich umschulen, nach Feierabend fortbilden lässt - solche Ausgaben können als Werbungskosten ohne Begrenzung geltend gemacht werden. Neben den Kursgebühren können auch Fahrtkosten zur Ausbildungsstätte plus Verpflegungsmehraufwand und Büromaterial angesetzt werden.

Bestimmungen ausgeweitet

Zweit- und Aufbaustudium zählten schon immer als Werbungskosten. Jetzt hat der Bundesfinanzhof auch das Erststudium neben dem Job anerkannt, wenn sich dadurch die beruflichen Anforderungen besser erfüllen lassen oder sich bessere Karrierechancen ergeben.

Bringt die erste Berufsausbildung die Chance, später im gelernten Beruf Geld zu verdienen, können auch diese Ausgaben als Werbungskosten geltend gemacht werden. Ob auch die Ausgaben für ein Studium gleich nach Schulabschluss angesetzt werden können, muss der Bundesfinanzhof in München noch klären. "Finanztest" in Berlin rät allen Studenten, ihre Studienkosten jetzt schon anzusetzen - auch wenn sie noch keine konkrete Aussicht auf einen Job haben und ein höchstrichterliches Urteil noch aussteht. Das Finanzamt werde zwar ablehnen, hieß es. Ein Einspruch sei jedoch möglich.

Gute Nachricht für Doktoranden

Für Doktoranden ist bereits klar, dass ihre Studien-Ausgaben für den Doktortitel unbegrenzt als Werbungskosten für den späteren Beruf anerkannt werden müssen. Bisher galten die Ausgaben für den Doktorhut nur als Sonderausgaben und waren auf maximal 920 Euro im Jahr begrenzt.

Wer sich als Arbeitsloser umschulen lässt, kann seine Ausgaben ebenfalls als vorab entstandene Werbungskosten absetzen. Kosten für Bewerbungen, also Stellenanzeigen, Kopien, Telefon, Porto, Reisekosten zu Vorstellungsgesprächen, drücken zusätzlich das zu versteuernde Einkommen. Alle Belege sollten gesammelt werden. Auch an einer Umschulung im Elternurlaub muss sich der Fiskus beteiligen. Die Kosten sind dann anerkannt, wenn Mütter und Väter die Zeit nutzen, um später im Beruf wieder Chancen zu haben.

DPA
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