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Haushalte in der Krise: Kommunen droht größtes Defizit aller Zeiten

Es wäre das größte Haushaltsloch seit Bestehen der Bundesrepublik: Die Städte und Gemeinden erwarten dieses Jahr ein Defizit von 15 Milliarden Euro - damit würde der Negativrekord von 2003 verdoppelt.

Die deutschen Kommunen steuern nach Einschätzung des Deutschen Städtetages auf die größte Haushaltskrise seit Bestehen der Bundesrepublik zu. Städtetagspräsidentin Petra Roth (CDU) sagte der "Frankfurter Rundschau", das Defizit der Kommunen werde in diesem Jahr bei 15 Milliarden Euro liegen und damit noch einmal drei Milliarden höher als bisher erwartet. Damit würden die Städte ihren Negativrekord aus dem Krisenjahr 2003 fast verdoppeln.

"Unsere Haushalte sind völlig überstrapaziert", sagte die Frankfurter Oberbürgermeisterin. Deshalb sei es gut, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) jetzt weiteren Steuersenkungen für die nächste Zeit eine Absage erteilt habe. Zugleich warnte Roth vor "Experimenten" an der für die Städte so wichtigen Gewerbesteuer.

Die bisherigen Pläne von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) für eine Reform der Gemeindefinanzen nannte Roth untauglich. Die von Schäuble eingesetzte Kommission solle sich darauf konzentrieren, die Gewerbesteuer zu modernisieren statt sie abzuschaffen. Den Bund rief sie auf, die Interessen der Kommunen stärker zu berücksichtigen. Etwa zur Hälfte beruhten die Einnahmerückgänge der Kommunen nicht auf der Konjunktur, sondern auf Steuersenkungen.

DPA/APN/Reuters / DPA / Reuters