Ölkonzern Wieder Kurssturz der Yukos-Aktie

Neue Hiobsbotschaften für den russischen Ölkonzern Yukos haben zu einem Absturz der Unternehmenspapiere in Moskau geführt. Die Steuerbehörde verlangt nachzahlungen in Milliardenhöhe.

Nach Bekanntwerden weiterer Steuernachforderungen der Behörden in Milliardenhöhe verloren die Aktien im RTS-Interfax-Index bis am Freitagvormittag um 17,5 Prozent auf 6,6 Dollar. Zuvor waren alle Geschäftskonten von Yukos bei russischen Banken gesperrt worden. Damit droht dem Konzern die Pleite.

Gerichtsvollzieher in der Konzernzentrale

Am Vortag hatten sich Gerichtsvollzieher Zugang zur Konzernzentrale in Moskau verschafft. Die Beamten leiteten ein Vollstreckungsverfahren gegen den Konzern des beim Kreml in Ungnade gefallenen Großunternehmers Michail Chodorkowski ein. Insgesamt verlangen die Steuerbehörden nun mehr als fünf Milliarden Euro von Yukos. Die Hälfte der Summe muss der Konzern nach einem rechtskräftigen Urteil bereits in den nächsten Tagen zahlen.

Analysten äußerten sich am Freitag pessimistisch über die Zukunft des exportstärksten russischen Ölproduzenten. Die Firmenpleite rücke näher, hieß es in Moskau. Ein Konzernsprecher betonte, schon in den nächsten Tagen drohe ein Produktionsstopp, weil Yukos die laufenden Kosten wegen der gesperrten Konten nicht mehr tragen könne. (dpa)

DPA

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