Paare Steuererleichterungen für eheähnliche Gemeinschaften


Darauf haben viele unverheirateten Paare gewartet: Wer in einer eheähnlichen Gemeinschaft Zahlungen an den Partner leistet, kann jetzt auf erhebliche steuerliche Erleichterung hoffen.

Wer in einer eheähnlichen Gemeinschaft Zahlungen an den Partner leistet, kann jetzt auf erhebliche steuerliche Erleichterung hoffen. Darauf weist der Steuerzahlerbund in Wiesbaden hin. Das Finanzamt verlangt zum Abzug dieser Ausgaben bei außergewöhnlichen Belastungen nicht mehr, dass ein Kürzungs- oder Ablehnungsbescheid des Sozialamtes vorgelegt wird. Vielmehr genügt eine Bestätigung des unterstützten Partners.

Unterhalt kann abgezogen werden

"Nach den steuerlichen Vorschriften sind Unterhaltsleistungen an den Lebensgefährten in einer eheähnlichen Gemeinschaft abzugsfähig, wenn ihm wegen des Zusammenlebens das Einkommen des Partners teilweise zugerechnet und deswegen die Sozialhilfe oder die Arbeitslosenhilfe gekürzt oder verweigert wird", erläutern die Steuerexperten.

Auch ohne Antrag auf Sozialhilfe möglich

Nach einem neuen Erlass gehe die Finanzverwaltung jetzt grundsätzlich davon aus, dass bei eheähnlichen Lebensgemeinschaften aufgrund der weitgehenden sozialrechtlichen Gleichbehandlung mit Ehegatten die Voraussetzung für die Anerkennung von Unterhaltsleistungen auch dann erfüllt seien, wenn kein Antrag auf Sozialhilfe oder Arbeitslosenhilfe gestellt worden ist.

Schriftliche Versicherung

Die Vorlage eines Kürzungs- oder Ablehnungsbescheids wird nicht mehr verlangt. Allerdings gelten bestimmte Voraussetzungen. So muss der unterstützte Partner schriftlich versichern, dass er - keine Leistungen aus öffentlichen Kassen erhält und auch keinen entsprechenden Antrag gestellt hat, - in einer nichtehelichen Gemeinschaft mit dem Steuerzahler lebt oder mit dem Steuerzahler verwandt oder verschwägert ist und mit diesem eine Haushaltsgemeinschaft im Sinne einer gemeinsamen Wirtschaftsführung bildet.

Eigene Einkünfte werden angerechnet

Außerdem muss die unterstützte Person erklären, über welche anderen Einkünfte, Bezüge und Vermögenswerte sie verfügt. "Liegt diese Versicherung vor, so sind Unterhaltsaufwendungen auf Antrag als außergewöhnliche Belastung steuerlich zu berücksichtigen." Der abzugsfähige Höchstbetrag für Unterhaltsleistungen liege bei 7.188 Euro im Jahr, wobei allerdings eigene Einkünfte und Bezüge der unterstützten Person angerechnet werden. Außerdem sei eine so genannte Opfergrenze zu beachten.


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