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Auf Twitter Republikaner lobt Steuererleichterung - durch die eine Sekretärin 1,50 Dollar pro Woche spart

Paul Ryan auf einer Pressekonferenz am 18. Januar
Paul Ryan ist seit 2015 Sprecher des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten
© Cheriss May/ / Picture Alliance
Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, lobte auf Twitter die mikrige Steuererleichterung einer Sekretärin. Zwar ist der Tweet inzwischen gelöscht. Doch im Netz sorgt die Aktion für jede Menge Ironie.

Dieser Tweet ging nach hinten los: Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, hob im Kurznachrichtendienst eine minimale Steuererleichterung für eine US-Bürgerin als Erfolg der Regierung hervor. In der mittlerweile gelöschten Nachricht auf Twitter verwies er auf einen Pressebericht, wonach sich eine Sekretärin "angenehm überrascht" über eine Steuererleichterung von 1,50 Dollar (1,20 Euro) pro Woche gezeigt habe. Dafür hagelte es im Netz hämische Kommentare via Twitter.

Ryan habe diesen Eintrag wieder gelöscht, weil er das "unverhohlene Eingeständnis" sei, dass die Regierung mit ihrer Steuerreform nur den Reichen Geschenke gemacht habe, twitterte die Chefin der Demokraten im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, am Samstag.

Tweet des republikanischen Vorsitzenden des Repräsentantenhauses Paul Ryan
So twitterte der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses
© Twitter


Der Finanzdienstleister Wells Fargo, der gerade US-Bürger um Millionen betrogen habe, erhalte 3,4 Milliarden Dollar an Steuererleichterungen, erklärte der demokratische Abgeordnete aus Minnesota, Keith Ellison.

Auch der Demokrat Joseph Patrick Kennedy III reagierte: "Indes bekommen die reichsten 0,1 Prozent der Amerikaner 3000 Dollar die Woche zusätzlich."

Der Demokrat Brian Schatz twittert: Dieser Tweet über die 1,50 Dollar pro Woche ist kein PR-Fehler. Die meinen das tatsächlich Ernst."

US-Schauspieler Bradley Whitford scherzt: Ein Ausrutscher ist, wenn ein Politiker unbeabsichtigt die Wahrheit sagt. Uuups"

Die Steuerreform war im Dezember abschließend verabschiedet worden. Sie sieht eine drastische Senkung der Unternehmensteuer von 35 auf 21 Prozent vor. Nach dem Bekanntwerden der Steuerreform kündigten einige US-Großkonzerne - darunter Apple - an, Kapital zurück in die USA holen zu wollen. Kritiker werfen der Regierung unter Präsident Donald Trump vor, damit hauptsächlich die Reichen zu begünstigen. Gerade kleinere und mittlere Einkommen würden kaum oder gar nicht entlastet, so der Vorwurf.

jek AFP

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