HOME

Neues Enthüllungsbuch "Team of Vipers": Trumps Ex-Stabschef lästert: "Es war der beschissenste Scheiß-Job, den ich je hatte"

Und noch ein Buch von einem früheren Mitarbeiter des Weißen Hauses. Aber anders als bisherige Werke wurde "Team of Vipers" von einem Trump-Anhänger verfasst. Dennoch fällt die Bilanz von Cliff Sims ernüchternd aus.

Cliff Sims

Autor Cliff Sims (l.) mit Kellyanne Conway und dem damaligen Trump-Sprecher Sean Spicer im Sommer 2017

Picture Alliance

John Francis Kelly hat es als rechte Hand bislang am längsten an der Seite von Donald Trump ausgehalten. Rechnet man sein Kurzfrist-Engagement als Innenminister mit, hat der Ex-General 24 Monate und 26 Tage beruflich mit dem US-Präsidenten verbracht. Glaubt man aber einem früheren Kollegen, dann war der Tag, an dem Kelly gefeuert wurde, der "beste Tag" seitdem er das Weiße Haus betreten hat. So zitiert Cliff Sims den früheren Stabschef. "Es war der beschissenste Scheiß-Job, den ich je hatte", lautete das harte Urteil Kellys.

Abrechnung aus Sicht der Trumpianer

Die ist eine von vielen Anekdoten, die Sims in einem neuen Buch über seine Zeit in Weißen Haus gesammelt hat. Das Werk mit dem Titel "Team of Vipers: My 500 Extraordinary Days in the Trump White House" (auf Deutsch in etwa: "Unter Giftschlangen. Meine 500 außergewöhnlichen Tage im Weißen Haus unter Trump") erscheint Ende Januar und liegt einigen englischsprachigen Medien bereits vor. Sims saß bis zum Frühjahr 2018 in der Öffentlichkeitsarbeit der US-Regierung und soll für sein Enthüllungswerk angeblich eine siebenstellige Vorauszahlung erhalten haben. Der Inhalt: eine Abrechnung mit den Zuständen im Weißen Haus aus Sicht der Trumpianer.

Steve Carell kehrt mit einer Satire zu Trumps "Space Force" zurück

Wie bereits andere Ex-Mitarbeiter lässt auch Sims kaum ein gutes Haar an den der US-Machtzentrale. Die Beschäftigen dort seien "außer Kontrolle" schreibt er und nennt den Ort einen "Hord von Verrat und Doppelzüngigkeit". Aber anders als andere Autoren begrüßt er es nicht, dass eine große Fraktion im Weißen Haus gegen das Staatsoberhaupt arbeiten würde. Darunter offenbar auch der frühere Stabschef: So habe Kelly nie richtig für Trump und dessen Agenda gebrannt und auch zwischenmenschlich soll es gehapert haben, schreibt Sims. Beide scheinen auch nie grün miteinander geworden zu sein. So habe Kelly einmal wenig schmeichelhaft gesagt: "Cliff, in den vergangenen 40 Jahren hatte ich noch nie einen Untergebenen, dessen Ruf schlimmer war als deiner. In jedem einzelnen Zusammenhang taucht dein Name auf, und es ist immer schlecht. Immer."

Autor hadert mit Donald Trump

Auch wenn das neue Enthüllungsbuch von einem Trump-freundlichen Ex-Mitarbeiter verfasst wurde, so hardert Sims nach eigenen Aussage dennoch oft mit dem Gebaren seines obersten Vorgesetzten. Viele der Einblicke, die er ins Weiße Haus gibt, werfen kein gutes Licht auf die Führung der USA. Einige Beispiele:

  • So soll Trump angeblich Listen von Mitarbeitern führen, die er verdächtigt, ihm feindlich gesinnt zu sein. Bei dem Erstellen und der Pflege der Listen soll ihm sein langjähriger Bodyguard und Vertrauter Keith Schiller geholfen haben. Trump habe laut Sims so versucht, sich seiner Widersacher zu entledigen. "Wir müssen all die Schlangen loswerden, sogar den Bodensatz", zitiert der Autor den Präsidenten.
  • Über Kellyanne Conway, Trump-Beraterin und Erfinderin von "alternativer Fakten", lästert Sims: "Sie schickt mitfühlende Nachrichten an die gleichen Journalisten, die der Präsident kritisiert."
  • Über seinen eigenen Rausschmiss konstatiert Sims in "Team of Vipers": Der Präsident habe sich "schon vor mir nie für loyale Mitarbeiter eingesetzt und wird es auch nicht für diejenigen tun, die noch kommen werden." Ernüchternd beendet er das Buch mit dem Satz: "Meine persönliche Beziehung zum Präsidenten hat mich daran gehindert zu erkennen, dass jeder, der nicht seinen Nachnamen teilt, entsorgt werden wird."
  • Erstaunlich auch die Episode über sein "Mars-Telefonat" mit der ISS-Astronautin Peggy Whitson. In dem im April 2017 live übertragenden Gespräch ins All fragte er, wann man ihrer Meinung nach zum Mars gelangen werde. Die Astronautin antwortete, dass sie die Nasa-Einschätzung teile, dort irgendwann in den 30er Jahren zu landen. Trump entgegnete, er würde einen bemannten Mars-Flug aber lieber in seiner ersten Amtszeit erleben, oder, wenn es nicht anders ginge, in der zweiten. Die Bemerkung wurde damals als Scherz abgetan, zumal seine eigene Regierung erst wenige Wochen vorher einen Mars-Zeitplan vorgestellt hatte. Doch laut Sims meinte es Trump sehr ernst. Minuten vor dem Telefonat mit der ISS habe er beim ebenfalls anwesenden Nasa-Chef mehrfach nachgefragt, ob man nicht schon bald zum Mars fliegen könne – was der mehrfach bedauernd verneint habe.

  • Auch ein Vorfall mit dem früheren Chef des Repräsentantenhaus und mächtigen Parteikollegen Paul Ryan lässt tief blicken – so er sich denn tatsächlich ereignet hat. "Ryan erörterte im Oval Office das Für und Wider einer Gesetzesvorlage der Republikaner für eine Gesundheitsreform. Nach 15 Minuten nahm Trump einen Schluck von seiner Cola-Light, schaute Richtung Rosengarten, starrte an die Wand und verließ den Raum. Ryan sprach weiter, als der Präsident in Richtung seines privaten Speiseraums ging und dort seinen riesigen Fernseher einschaltete. Offenbar hatte er genug von Ryans Ausführungen. Es war dann an Vize-Präsident Pence Trump davon zu überzeugen, ins Oval Office zurückzukehren, um ihre Strategierunde fortzuführen."

Abgesehen davon, das dieses Verhalten unhöflich und wenig professionell wirkt, weist der Trump-kritische TV-Sender CNN ungläubig darauf hin, dass die Reform des Gesundheitssystems einer der wichtigsten Themen in Trumps Wahlkampf war sowie eines der zentralen Anliegen seiner Partei ist und Paul Ryan zu dem Zeitpunkt einer der einflussreichsten Politiker Washingtons war. In anderen Worten: Was soll man von einem Regierungschef halten, den die wichtigsten Vorschläge für sein wichtigstes Thema von einem seiner wichtigsten Parteikollegen ignoriert?

"Nur er fühlt sich im Chaos wohl"

Sims kommt in seinen Buch zu dem Fazit, dass Verwirrung herzustellen zu Trumps Kernkompetenzen gehört: "Er glaubt, er allein könne gewisse Probleme lösen und sei es durch die Kraft seine bloßen Willens. Darauf aufbauend glaubt er, dass das ganze Leben eine einzige Verhandlung sei und jede Verhandlung ein Nullsummenspiel. Es gebe keine Möglichkeit, die für beide Seiten ein Gewinn sei. Einer werde gewinnen, der andere verlieren. Deshalb halte er persönliche Beziehungen für alles entscheidend. Und darauf basierend, glaubt er daran, dass ihm chaotische Zustände einen Vorteil verschafften, weil er sich in solchen Situationen wohler fühle als die meisten anderen."

Quellen: "The Guardian"New York Magazin", CNN, Heavy.com, "Washiongton Post", NPR.com

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.