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Schulfahrt nach Washington Achtklässler düpieren Republikanerführer Paul Ryan

Hat Donald Trump eine peinliche Niederlage nicht ersparen können: Paul Ryan schaut verkniffen nach unten
"Ein Mann, der seine Partei über das Land stellt": Der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, muss Kritik von Achtklässlern einstecken
© Win MacNamee/Getty Images
Es ist Tradition im ganzen Land: In der achten Klasse besuchen US-Schüler die Hauptstadt Washington. Eine Gruppe von Achtklässlern aus New Jersey hat dabei den Chef des Repräsentantenhauses höchstpersönlich abblitzen lassen.

In den USA ist es Tradition, dass Schüler in der achten Klasse nach Washington fahren, um das Zentrum der politischen Macht kennenzulernen, Denkmäler und historische Gebäude zu besuchen und vielleicht einen Blick auf den einen oder anderen berühmten Politiker zu erhaschen. Eine Gruppe aus der South-Orange-Mittelschule in New Jersey hatte nun sogar die Gelegenheit, sich mit Paul Ryan, dem Vorsitzenden des Repräsentantenhauses höchstpersönlich, fotografieren zu lassen.

Doch etwa die Hälfte der Schüler war davon überhaupt nicht begeistert, wie mehrere US-Medien berichten. Rund 100 der Achtklässler hätten sich geweigert, mit dem Republikaner zu posieren. "Ich möchte kein Foto mit jemandem machen, mit dem ich mich nicht identifizieren kann", zitiert die "Washington Post" den 13-jährigen Matthew M. Er lehne vor allem die Politik von Ryan und dessen Partei in Bezug auf die Gesundheitsreform ab. Matthew nannte Ryan einen "Mann, der seine Partei über das Land stellt".

Paul Ryan postet Foto mit Achtklässlern

Die 14 Jahre alte Sophia K. sagte der Zeitung zufolge, sie wollte sich von Ryan distanzieren, weil er die Ideen von US-Präsident Donald Trump vertrete. Ihre Mitschülerin Wendy W. erklärte laut der Nachrichtenseite "The Village Green": Ich finde, das Foto zu machen bedeutet, dass man den politischen Ansichten zustimmt, und ich stimme seinen politischen Ansichten nicht zu. Also entschied ich mich dafür, nicht auf dem Foto zu sein."

Ryan postete nach dem Fototermin auf den Stufen des Kapitols ein Bild davon auf Instagram. Die Aufnahme zeigt allerdings nicht die rund 100 Achtklässler, die den Berichten zufolge aus Protest gegen die Aufnahme auf einem gegenüberliegenden Parkplatz saßen und nicht mitmachten. Der US-Sender ABC berichtet, der Politiker habe nach Aussage einiger Schüler von der Protestaktion gar nichts mitbekommen.

Aufgrund der Medienberichte dürfte Ryan mittlerweile erfahren haben, dass er bei vielen der Teenager nicht besonders gut ankam. Besonders ernüchternd für den Republikaner ist, dass auch die Schüler, die mit auf das Bild wollten, deshalb noch lange nicht zu seinen Fans gehören. "Ich fand, das wäre ziemlich cool, den drittmächtigsten Mann in unserem Land zu sehen," zitiert ABC Miles H., der sich mit Ryan ablichten ließ. "Es wäre cool, sogar wenn man anderer Meinung ist als er." Und sein Klassenkamerad Alex K. sagte dem "Washington Examiner": Ich dachte, es wäre interessant, einen der Abgeordneten unseres Landes persönlich zu sehen, auch wenn ich viele seiner Ansichten völlig ablehne."


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