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Niederlande, Griechenland und Co. Preisdeckel, Einmalzahlungen und Steuererleichterungen: So wollen europäische Länder durch den Winter

Ein Stromstecker auf verschiedenen Euroscheinen
Strom in Europa wird teurer. Die Regierungen der Länder wollen die Bürgerinnen und Bürger entlasten.
© Bihlmayerfotografie / Imago Images
Nicht nur in Deutschland, auch im Rest Europas steigen die Preise dank Inflation und gedrosselten Gasliefermengen aus Russland. Ein harter Winter droht. Wie andere europäische Länder gegen die hohen Energiepreise vorgehen.

Inhaltsverzeichnis

Überall in Europa sind die Energiepreise stark gestiegen und die Inflation erreicht Werte, die es seit Jahrzehnten nicht gab. Die Regierungen reagieren mit unterschiedlichsten Maßnahmen, um Bürger und Unternehmen zu entlasten:

Großbritannien

London deckelt für zwei Jahre die Energiekosten: Durchschnittshaushalte sollen dann jährlich höchstens 2500 Pfund (rund 2800 Euro) zahlen. Die Kosten für Strom und Gas für Unternehmen sollen auf die Hälfte des Marktpreises gekappt werden. Die konservative Regierung will zudem den Spitzensteuersatz von 45 auf 40 Prozent senken.

Spanien

Die sozialistische Regierung in Madrid geht in die entgegengesetzte Richtung: Sie hat ab Januar eine Reichensteuer angekündigt. Sie soll zwei Jahre lang auf "große Vermögen" erhoben werden, betroffen sind laut Regierung "nicht mehr als ein Prozent der Bevölkerung". Details wurden noch nicht genannt. Für Energieversorger wird außerdem ab 2023 eine Extrasteuer auf ihre Gewinne fällig. Zuvor gab es schon einen Tankrabatt, kostenlose Nahverkehrstickets, eine Erhöhung der Sozialhilfe und Stipendien für Studierende.

Frankreich

In Frankreich gilt vom kommenden Jahr an eine Preisbremse für Gas und Strom. Die Preise dürfen dann höchstens um 15 Prozent ansteigen, den Rest übernimmt der Staat. Dies soll den Anstieg der monatlichen Heizkosten auf etwa 25 Euro begrenzen. Etwa 40 Prozent der einkommensschwächeren Haushalte sollen zum Jahresende wie bereits im Vorjahr einen Energiescheck von 100 oder 200 Euro erhalten.

Italien

Der scheidende Regierungschef Mario Draghi hatte Mitte September weitere Entlastungsmaßnahmen angekündigt. Darunter sind Einmalzahlungen für Rentner und Geringverdiener, eine Verlängerung der Senkung der Energiesteuer und Unternehmenshilfen. Im Frühsommer gab es bereits einen Tankrabatt. Zur Gegenfinanzierung will Rom eine Steuer auf Zusatzgewinne von Energieunternehmen in Höhe von zehn Prozent erheben.

Österreich

Im Nachbarland bekommt jeder Erwachsene eine Einmalzahlung von 500 Euro ausgezahlt – Kinder erhalten die Hälfte. Die Zahlung besteht aus dem Klimabonus von 250 Euro, der die Auswirkungen einer neuen CO2-Steuer für Unternehmen auf die Verbraucher abschwächen soll, und zusätzlich 250 Euro wegen der Preissteigerungen. Vier Millionen Geringverdiener-Haushalte erhielten zudem einen Gutschein von 150 Euro.

Niederlande

Den Haag will ab Januar die Energiesteuern senken, ebenso Verbrauchsteuern auf Kraftstoffe. Das Kindergeld soll erhöht werden. Der Mindestlohn soll um zehn Prozent steigen. Geplant ist eine Senkung der Einkommensteuer, von der Niedrigverdiener besonders profitieren.

Griechenland

Niedrigverdiener sollen im Dezember einmalig 250 Euro bekommen, einen Heizkostenzuschuss sollen mehr Haushalte als bislang erhalten. Seit Anfang des Jahres hat die Regierung acht Milliarden Euro zur Senkung der Strompreise aufgewandt. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hat zudem eine Erhöhung der Renten und des Mindestlohns zugesagt. Auch Athen will eine Steuer auf Zusatzgewinne von Energieunternehmen erheben.

rw AFP

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