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Panne beim Fiskus: Behörde vergibt Steuernummern doppelt

Eigentlich soll die Steueridentifikationsnummer unverwechselbar sein. Doch die Ämter haben Nummern mehrfach vergeben - mit teils unangenehmen Konsequenzen für die Betroffenen.

Einzigartig soll sie sein, nicht austauschbar, eine Art Fingerabdruck für Behörden: Eigentlich soll jedem in Deutschland gemeldeten Bürger genau eine Steueridentifikationsnummer zugeordnet werden. Ein Code, der ihn sein Leben lang begleitet und unverwechselbar macht. Nun wurde bekannt, dass Nummern durch Verwaltungspannen offenbar zentausendfach doppelt vergeben wurden. Das Finanzministerium hat nach Angaben des parlamentarischen Staatssekretärs Michael Meister Hinweise auf insgesamt 164.451 Mehrfachvergaben, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Das gehe aus einem Antwortschreiben Meisters auf eine Anfrage hervor.

Demnach sind Fälle bekannt, in denen einer Person mehrere Steuernummern zugewiesen worden seien - so fordern die Meldebehörden etwa nach der Rückkehr aus einem Auslandsaufenthalt eine neue Nummer ein. Besonders prekär aber ist eine zweite Variante: Es gibt offenbar auch Fälle, in denen zwei Personen dieselbe Nummer zugewiesen wurde. Laut "Süddeutscher Zeitung" hatte dies für manche Betroffene schon unangenehme Konsequenzen: So sei es etwa passiert, dass ein Arbeitnehmer wegen angeblicher Zweitarbeit irrtümlich in die Steuerklasse mit der höchsten Steuerlast eingeordnet wurde.

Laut Michael Meister hatte das zuständige Bundeszentralamt für Steuern bis Anfang Dezember des vergangenen Jahres etwa 106.000 der Fehlvergaben bereits erledigt. Weitere 14.000 Fälle seien noch in Bearbeitung. Die elfstellige Steueridentifikationsnummer wurde 2007 eingeführt.

car/DPA / DPA
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