Spitzengewinne nach Finanzkrise HSBC verdient wieder glänzend

Keine Spur von Krise: Die HSBC hat ihren Gewinn im ersten Halbjahr 2010 mehr als verdoppelt und sieht sich gut aufgestellt. Und das obwohl das britische Geldhaus ganz auf Staatshilfen verzichtet hatte.

Die britische HSBC hat die Klippen der Finanzkrise umschifft und steht wieder glänzend da. Im ersten Halbjahr sanken die Belastungen aus faulen Krediten so deutlich, dass sich der Vorsteuergewinn auf 11,1 Milliarden US-Dollar (8,5 Mrd Euro) mehr als verdoppelte, teilte die größte Bank Europas am Montag anlässlich der Veröffentlichung ihrer Halbjahreszahlen in London mit. 2009 hatte sich HSBC noch mit einer Kapitalerhöhung von 12,5 Milliarden Pfund (15 Mrd Euro) über die Krise retten müssen, auf staatliche Hilfen aber verzichtet. "Wir haben die Stürme in den verschiedensten Regionen der Welt und in verschiedenen Geschäftsfeldern überstanden", sagte Vorstandschef Michael Geoghegan.

Noch in dieser Woche wollen auch andere große Geldhäuser aus der Londoner City wie Lloyds, Barclays und die Royal Bank of Scotland (RBS) ihre Halbjahreszahlen vorlegen. Lloyds und RBS waren nur mit massiver Hilfe aus den öffentlichen Kassen durch die Krise gekommen. Analysten gehen davon aus, dass alle vier britischen Großbanken schwarze Zahlen vorlegen werden.

Asien kompensiert Verluste in Europa und USA

Experten hatten für HSBC mit einem geringeren Gewinnsprung gerechnet. Die Hongkong and Shanghai Banking Corporation profitierte dabei einmal mehr von ihrer starken Präsenz im asiatischen Raum. Die asiatischen Märkte hatten schon während der Finanzkrise dafür gesorgt, dass die Bank nicht in die roten Zahlen rutschte und Verluste in Europa und Nordamerika kompensiert. Aber auch in Europa konnte HSBC inzwischen wieder zulegen. Lediglich in Nordamerika schlug trotz deutlich verbesserter Geschäfte immer noch ein Minus in Höhe von 80 Millionen Dollar zu Buche.

Die Kosten und Rückstellungen für faule Kredite sanken um 6,4 Milliarden auf 7,5 Milliarden Dollar. Dies sei das niedrigste Niveau seit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008. An der Börse wurden die Zahlen positiv aufgenommen. Die Aktie legte nach Bekanntgabe der Zahlen zu.

dpa DPA

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