US-Dollar Stromausfall verunsichert Börsen nicht


Einen Moment lang zeigte der Dollar Schwäche. Doch als klar wurde, dass hinter dem Stromausfall kein Anschlag steckt, holte er den Euro rasch wieder ein. Für heute ist in New York normales Börsengeschehen geplant.

Die New Yorker Börse will am Freitag trotz des schlimmsten Stromausfalles in der Geschichte der USA normal handeln. Von dem Blackout waren am Donnerstag und in der Nacht zum Freitag weite Landesteile im Nordosten der USA und in Kanada von New York bis Detroit, Cleveland und Toronto betroffen. Die New Yorker Börse verfügt in ihrem Gebäude an der Ecke Wall Street und Broad Street im Zentrum des New Yorker Finanzbezirks über Notstromaggregate und andere Sicherungssysteme. Dies hat der weltgrößte Aktienmarkt auf seiner Web-Site mitgeteilt.

Dollar erholte sich rasch

Der Dollar hat sich am Freitag von kurzfristigen Verlusten nach Stromausfällen im Nordosten der USA und Kanadas erholt und sich zum Euro um den Schlussstand des Vortages eingependelt. Die Furcht, die Stromausfälle seien auf Sabotage zurückzuführen, hatte in den USA Erinnerungen an die Anschläge vom 11. September 2001 geweckt und damit vorübergehend eine Verkaufswelle für den Dollar ausgelöst.

"Wenn die Ursache eines solchen Zwischenfalls nicht bekannt ist, dann denken die Leute an einen Anschlag", sagte ein Analyst. "Aber die Leute haben schnell begriffen, dass wohl kein terroristischer Anschlag dahinter steckte, also brach am Markt keine Panik aus." Im Blickpunkt der Anleger stehen nun Händlern zufolge US-Konjunkturdaten. Nach starken Indikatoren und in Anbetracht der schwachen Konjunktur in der Eurozone wird sogar mit einem starken Dollar und Kurzverlusten des Euro gerechnet.

Die Auswirkungen des kompletten Stromausfalls im Osten der USA und in einigen Städten Kanadas auf den deutschen Aktienmarkt beurteilten Börsianer als gering. "Es war kein Anschlag, damit hat sich das Thema erledigt." Auch die Börsen in Asien hatten kaum auf dieses Ereignis reagiert.

Auch Fluggesellschaften nicht übermäßig betroffen

Kleinere Behinderungen, aber keine weitreichenden Streichungen gab es auch im Luftverkehr zwischen Deutschland und Amerika. Die Lufthansa strich in der Nacht einen Flug von New York nach Frankfurt, wie eine Sprecherin am Freitag mitteilte. Ein für Freitagnachmittag geplanter Flug von Frankfurt nach New York falle deshalb ebenfalls aus. Bei einem weiteren Flug von Frankfurt nach Detroit werde im Laufe des Tages noch entschieden, ob er gestrichen werden müsse.

Zwei Maschinen der Lufthansa aus New York nach Frankfurt und München hatten durch die Stromausfälle bis zu 20 Stunden Verspätung. Sechs Maschinen der Lufthansa konnten in der Nacht zwar pünktlich in den USA landen. Wegen der zusammengebrochenen Infrastruktur an den Flughäfen konnten die Passagiere aber erst verspätet aussteigen. Die Sicherheit bei den Landungen sei durch die Störungen im Stromnetz nicht gefährdet gewesen, hieß es weiter.

Der Frankfurter Flughafen berichtete, auch eine Maschine der Air Canada sei ausgefallen. Die Maschinen aus Nordamerika hätten bis zu sieben Stunden Verspätung, sagte am Morgen der Verkehrsleiter der Betreibergesellschaft Fraport. Von dem Stromausfall waren unter anderem die Flughäfen in Toronto, Detroit sowie John F. Kennedy und LaGuardia in New York betroffen.


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