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US-Multi: Zigarettenriese Altria plant Aufspaltung

Der weltgrößte Zigarettenkonzern und zweitgrößte Lebensmittelhersteller der Welt, Altria Group, denkt über eine mögliche Aufspaltung in zwei oder drei unabhängige Einheiten nach. Grund: Drohende Raucherklagen.

Der weltgrößte Zigarettenkonzern und zweitgrößte Lebensmittelhersteller der Welt, Altria Group, denkt über eine mögliche Aufspaltung in zwei oder drei unabhängige Einheiten nach. Dies hat Konzernchef Louis C. Camilleri am Donnerstag auf einer Konferenz der Investmentbank Morgan Stanley in New York erklärt. Eine Aufspaltung könnte nach Ansicht von Finanzexperten verhindern, dass das Gesamtunternehmen mit kostspieligen Raucherklagen gegen Philip Morris USA belastet wird.

Jahresumsatz 2003: 82 Milliarden Dollar

Altria dominiert mit Philip Morris USA den US-Zigarettenmarkt und ist mit Philip Morris International der Marktführer im globalen Zigarettengeschäft. Die wichtigste Zigarettenmarke des Unternehmens ist Marlboro. Daneben kontrolliert Altria den Lebensmittelriesen Kraft Foods (Kraft, Philadelphia, Jacobs, Nabisco) zu 85 Prozent. Altria ist zudem am Brauereikonzern SABMiller Plc beteiligt. Die Altria Group Inc. hat im vergangenen Jahr 81,8 Milliarden Dollar umgesetzt.

Finanzexperten halten eine Aufteilung der Altria Group Inc. in Kraft Foods sowie in die Zigarettentöchter Philip Morris USA und Philip Morris International für möglich. So könnten Kraft und Philip Morris International von den millionenschweren Klagen abgeschottet werden, die amerikanische Raucher wegen Gesundheitsschäden angestrengt haben. Außerdem könnten die abgetrennten Einheiten im Alleingang rascher wachsen. Drei separate Firmen seien zudem mehr wert als der Gesamtkonzern.

Einzelne Konzernteile könnten schneller wachsen

Die Altria-Aktien schossen um 8,46 Prozent auf 54,23 Dollar in die Höhe, und der Kraft-Kurs legte um 3,26 Prozent auf 34,52 Dollar zu. Camilleri rechnet damit, das die Gesellschaft das obere Ende des Gewinnziels von 4,55 Dollar bis 4,60 Dollar je Aktie für 2004 erreichen dürfte. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Altria unter Ausklammerung von Kraft zeigt, dass die Tabakgeschäfte des Unternehmens im Vergleich zu den anderen Tabakfirmen erheblich unterbewertet sind. Man sucht deshalb nach Alternativen zur Maximierung der Aktionärswerte. Dies schließt auch eine Trennung der Gesellschaft «"n zwei oder potenziell drei starke unabhängige Einheiten" ein, erklärte Camilleri.

Ein Zeitpunkt für die Aufspaltung steht noch nicht fest. Man trifft aber die notwendigen Vorbereitungen, um bereit zu sein, sobald das Klageumfeld dies zulässt. Camilleri gab sich im Hinblick auf mehrere Raucherklagen optimistisch. (dpa)