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Verbraucher: Was in Geldfragen bis Jahresende noch zu tun ist

Das neue Jahr bringt in Punkto Steuern und Versicherungen etliche Neuerungen. Nicht immer wird die Welt für Verbraucher dadurch besser.

Etliche Gesetzesänderungen, die ab dem Jahreswechsel greifen, bedeuten für Verbraucher einen Nachteil. Umso mehr kann es sich lohnen, 2003 im Endspurt noch einige Entscheidungen zu treffen, die bares Geld bedeuten.

Vertragsabschlüsse vorziehen

Beim Thema Altersvorsorge beispielsweise kann es sich auszahlen, Vertragsabschlüsse nicht ins neue Jahr zu verschleppen. Wer noch 2003 einen Vertrag zur Riester-Rente unterschreibt, kann auch die Zulagen von 38 Euro pro Person plus 46 Euro pro Kind mitnehmen. Selbst wer erst in der zweiten Dezemberhälfte abschließt, kann zudem die Beiträge für das ganze Jahr einzahlen. "Da lohnt es sich, die Beine unter die Arme zu klemmen", sagt Peter Grieble, Geldexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Ein weiterer Vorteil: Wer jetzt abschließt, kann für 2003 noch bis zu 525 Euro Prämie steuerlich absetzen. 2004 verdoppeln sich dann für alle die steuerlich absetzbare Höchstprämie und die höchstmögliche Zulage.

Nicht erst Silvester melden

Allerdings sei es ratsam, sich beim Anbieber zu erkundigen, ob sich dort die Anträge schon stapeln, sagt Stephan Kühnlenz, Geldanlage-Experte der Stiftung Warentest in Berlin. "Wenn das so ist, wird der Antrag womöglich 2003 gar nicht mehr bearbeitet." Ende 2002 kam das mehrfach vor. In diesem Jahr sei ein solcher Ansturm zum Jahresende aber kaum zu erwarten, sagt Gabriele Hoffmann, Sprecherin des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich jedoch möglichst nicht erst kurz vor Silvester bei seinem Anbieter melden.

Einkommensteuererklärung 2001 muss ans Finanzamt

Auch beim Thema Steuern kann das Jahresende ein wichtiger Termin sein: Steuerpflichtige, die noch keine Einkommenssteuererklärung für 2001 abgegeben haben, sollten sich zum Beispiel beeilen. Denn am 31. Dezember läuft die Frist für die so genannte Antragsveranlagung für 2001 ab, so der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BDL) in Berlin. Wer den Termin verstreichen lässt, verschenkt unter Umständen bares Geld. Entscheidend ist, noch in diesem Jahr den unterschriebenen Mantelbogen der Steuererklärung mit der Anlage N und der Lohnsteuerkarte beim Finanzamt einzureichen. Fehlende Belege könnten dann nachgereicht werden, so BDL-Geschäftsführer Erich Nöll.

Warnung vor übereilten Abschlüssen

Eine Überlegung wert ist für viele Verbraucher der Abschluss einer Kapitallebensversicherung: Der Garantiezins sinkt zum 1. Januar von 3,25 auf 2,75 Prozent. "Wenn ich jetzt noch abschließe, bekomme ich noch den höheren Zinssatz", sagt Peter Grieble. "Das ist aber kein Grund zu übereilten Abschlüssen", warnt der Verbraucherschützer. "Effektiv muss es 2004 deshalb nicht weniger geben." Das sieht auch Gabriele Hoffmann so: "Der Garantiezins ist nicht so entscheidend. Nur wenn die garantierte Summe ausgesprochen wichtig ist, ist es besser, schnell abzuschließen."

Etliche Kfz-Versicherungen erhöhen die Prämien

Einiges sparen lässt sich aber eventuell schon von Januar an durch den Wechsel der Autoversicherung. "Eine Reihe von Unternehmen erhöhen die Prämien", sagt Grieble. "Die Kunden haben dann einen Monat Zeit zum Kündigen." Vergleiche zwischen den Anbietern lohnten immer, so Hoffmann. "Alternativen gibt es auf jeden Fall", betont auch Grieble. "Es erhöhen ja auch nicht alle."

Auch ein Kassenwechsel hilft

Für einen Wechsel der Krankenkasse spielt das bevorstehende Jahresende dagegen keine entscheidende Rolle. "Bei einer Reihe von gesetzlichen Kassen ist mit Prämienerhöhungen zu rechnen", so Grieble. "In diesen Fällen sind auch außerordentliche Kündigungen möglich. Mit einem Kassenwechsel kann oft viel Geld gespart werden." Dass es auf breiter Front - wie von der Bundesregierung erhofft - zu Beitragssenkungen kommen wird, sei eher unrealistisch. Viele Verbraucher zahlten bei ihrer Kasse immer noch deutlich mehr als bei anderen, die vergleichbare Leistungen bieten. "Ein Wechsel ist deshalb unbedingt zu überlegen." Vorsicht sei allerdings vor dem Ausstieg aus der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) geboten: "Wer zu einer privaten geht, kommt nur schwer wieder zurück."

Andreas Heimann / DPA