HOME

Vorschau: Börsianer blicken gespannt auf US-Zahlen

Gute Zeiten für Propheten: Börsianer werden in der kommenden Woche mit Argusaugen auf die Unternehmensergebnisse und Konjunkturdaten aus den USA blicken.

Man erhofft sich Hinweise darauf, ob sich die Situation der Unternehmen bessert und wie sich die Konjunktur nach dem bald erwarteten Ende des Irak-Kriegs entwicklt, sagten Marktteilnehmer.

US-Märkte bleiben Taktgeber

"Die Börsenentwicklung in Deutschland wird weiter sehr stark von den USA bestimmt, ob das nun Konjunkturdaten oder Unternehmensergebnisse sind", sagte Marktstratege Markus Reinwand von Helaba Trust. In der vergangenen Woche hat der Deutsche Aktienindex (Dax) angetrieben von positiven Ergebnissen von US-Firmen wie Microsoft, Intel und Citigroup rund fünf Prozent zugelegt. "Der Markt schaut jetzt eindeutig auf die Unternehmensergebnisse", sagte Oliver Opgen-Rhein, Händler bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Auch deutsche Unternehmen wie der Halbleiterhersteller Infineon, der Technologiekonzern Siemens und der Autobauer DaimlerChrysler werden in dieser Woche voraussichtlich Quartalszahlen veröffentlichen.

Hoffnung auf Erholung

Börsianer sind sich einig: Sollten negative Überraschungen von Unternehmen die Ausnahme bleiben, ist an den Börsen in der nächsten Zeit Luft nach oben. "Wenn wir uns auf dem jetzigen Niveau ein paar Tage halten, kann es weiter nach oben gehen", sagte Peter Lüdke, Händler bei Merck Finck.

Unternehmenszahlen im Blick

Da vor allem Technologiefirmen wie Intel, Microsoft und SAP in dieser Woche positiv überraschten, blicken die Marktteilnehmer besonders gespannt auf die für den Dienstag erwarteten Quartalszahlen von Infineon. Branchenexperten rechnen im Schnitt für das Quartal mit einem Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 152 (Vorjahresverlust 178) Millionen Euro. Entscheidender Faktor im abgelaufenen Quartal sei das DRAM-Geschäft gewesen, da sei man kräftig in die Verluste gerutscht, sagte Ingo Queiser, Analyst beim Bankhaus Julius Bär.

Bei Siemens wird Rückgang erwartet

Am kommenden Donnerstag werden die Quartalszahlen des Dax-Schwergewichts Siemens erwartet. Die Analysten der WGZ-Bank rechnen mit einem Rückgang des Ergebnisses vor Steuern und Zinsen (Ebit) der operativen Bereiche um 47 Prozent. Allerdings seien die Ergebnisse nur schwer mit dem Vorjahresquartal zu vergleichen, unter anderem weil aktuell Pensionsaufwendungen belasteten und in den Vorjahreszahlen ein außerordentlicher Nettobuchgewinn enthalten war. Am kommenden Donnerstag wird voraussichtlich auch DaimlerChrysler Zahlen für das erste Quartal veröffentlichen. Im Nebenwerteindex MDax werden am Mittwoch Puma-Quartalszahlen erwartet.

Mittwoch wird es spannend

Vor allem der kommende Mittwoch wird für die Marktteilnehmer spannend. An diesem Tag veröffentlichen in den USA voraussichtlich unter anderem Unternehmen wie der Medienkonzern AOL Time Warner, der Telekommunikationskonzern AT&T, der Flugzeugbauer Boeing und der US-Fotokonzern Eastman Kodak Zahlen. "In der jüngsten Zeit gab es ja einige positive Überraschungen auf der Unternehmensseite. Man muss abwarten, ob diese positive Tendenz durchgehalten wird", sagte Helaba-Stratege Reinwand.

Freitags kommen US-Konjunkturdaten

Auch auf der Konjunkturseite stehen in der kommenden Woche aus den USA mit dem Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal und dem endgültigen Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan für April (beide Freitag) wichtige Daten an. Börsianer äußern sich weiterhin vorsichtig, was die Konjunkturaussichten angeht. "Von der Konjunkturseite ist noch Störfeuer zu erwarten", sagte Helaba-Stratege Reinwand.