HOME

Währungskrise: Euro sackt unter 1,20 Dollar

Die europäische Gemeinschaftswährung steht weiter unter Druck. Angst vor einem Staatsbankrott in Ungarn und Verluste einer französischen Großbank haben den Euro auf ein Vierjahrestief sacken lassen. Miese Stimmung auch an der Börse: Der Dax fiel unter 6000 Punkte.

Der Euro ist erstmals seit vier Jahren wieder unter die Marke von 1,20 Dollar gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte am Freitagabend in London zwischenzeitlich bei 1,199 Dollar, so wenig wie seit März 2006 nicht mehr. Noch am Morgen hatte ein Euro mehr als 1,22 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,206 (Donnerstag: 1,227) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,829 Euro.

Händler begründeten die Schwäche des Euro damit, dass die hohe Verschuldung einiger Euro-Staaten nun nach ein paar Tagen Pause wieder in den Blickpunkt geraten sei. So hatten ungarische Regierungspolitiker mit Äußerungen zur Finanzlage des Landes die Angst vor einer Staatspleite geschürt. Beigetragen zum neuen Tiefstand hätten zudem Berichte über Verluste der französischen Großbank Société Générale im Handel mit Derivaten.

Auch Bankenpapiere geraten unter Druck

Infolge der schlechten Nachrichten waren nicht nur der Euro und die ungarische Währung Forint unter Druck geraten, sondern auch die Aktien europäischer Banken. Papiere der Deutsche Bank rutschten als einer der größten Verlierer im Dax um 2,88 Prozent auf 47,03 Euro ab. Commerzbank-Papiere verloren 2,54 Prozent auf 5,553 Euro.

DAX unter 6000 Punkten

Insbesondere enttäuschende Zahlen vom US-Arbeitsmarkt haben auch den Dax wieder unter die Marke von 6000 Punkten gedrückt. Der deutsche Leitindex schloss 1,91 Prozent tiefer bei 5938,88 Punkten. Auf Wochensicht ergab sich damit ein moderater Verlust von 0,12 Prozent. Der MDax verlor am Freitag 2,29 Prozent auf 7943,45 Punkte, und der TecDax büßte 1,39 Prozent auf 746,22 Punkte ein.

In den USA ging die Arbeitslosenquote im Mai zwar überraschend deutlich zurück, allerdings handelt es sich bei einem Großteil der neuen Stellen um kurzfristige Jobs für die US-Volkszählung. Dagegen fiel der Zuwachs im privaten Sektor enttäuschend aus.

DPA/AFP / DPA
Themen in diesem Artikel