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Griechenland-Krise: Mit diesen drei düsteren Szenarien rechnet die Troika

Im Streit mit Griechenland um Wege aus der Schuldenkrise und Reformen im Land gibt es kaum inhaltliche Fortschritte. Die Gläubiger sehen nur ein positives Szenario - aber drei negative.

Eine Einigung der Gläubiger mit dem vom Staatsbankrott bedrohten Griechenland ist offenbar auch kurz vor dem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel nicht in Reichweite. Die neuen Unterhändler aus Athen seien zwar "menschlich angenehmer" als vormals die Mannschaft um den griechischen Finanzminister Giannis Varoufakis, sagte einer der Unterhändler der Gläubiger-Troika der "Welt". "Inhaltlich geht es dennoch nicht voran."

Fortschritte über wichtige Reformen bei Rente, Arbeitsmarkt und Steuern ließen sich kaum feststellen. "Im Gegenteil", zitiert die "Welt" den Unterhändler. So sei in Griechenland gerade erst ein Gesetz verabschiedet worden, das die Wiedereinstellung von 13.000 Staatsbediensteten beschließe. Dies sei "klar gegen den Geist der Reformverträge mit der Troika" aus Internationalem Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission.

Troika hofft auf guten Willen der Regierung

Die Institutionen planten daher inzwischen mit einem positiven und drei negativen Szenarien, hieß es der Zeitung zufolge aus Verhandlungskreisen. Nur das positive Szenario sehe vor, dass Griechenland all seinen Verpflichtungen nachkomme, so dass Athen bis zum Auslaufen des zweiten Hilfsprogramms Geld bekomme.

Ein anderes Szenario geht laut dem Bericht davon aus, dass eine reformwillige Regierung bei dem Finanzministertreffen am Montag tatsächlich substanzielle Vorschläge präsentiert, die Griechen dabei allerdings ihre finanziellen Reserven überschätzen.

Das zweite Negativ-Szenario gehe davon aus, dass halbherzige Vorschläge der Griechen nicht akzeptiert würden, heißt es weiter. Irgendwann im Laufe der nächsten Wochen werde Griechenland dann die Schulden beim IWF und der EZB nicht mehr tilgen können. Falls sich die griechische Regierung im weiteren Verlauf der Krise dann gutwillig zeige, mit den Europäern rasch Reformvereinbarungen abschließe und sich danach an die Tilgung ihrer Schulden mache, ließe sich das Ganze noch in den Griff bekommen, heißt es in dem Szenario der Troika-Experten.

Drittes Hilfspaket nicht ausgeschlossen

In Szenario drei geht die Troika dem Bericht zufolge von einer völlig unkooperativen griechischen Regierung aus, die ihre Angestellten und Rentner in staatlichen Schuldscheinen, sogenannten IOUs, bezahle und damit die Einführung einer Parallelwährung begründe.

In der Union wird unterdessen auch ein drittes Hilfspaket für Griechenland nicht ausgeschlossen. Der CDU-Obmann im Haushaltsausschuss des Bundestags, Norbert Brackmann, sagte der "Bild"-Zeitung: "Natürlich spielen wir die verschiedenen Alternativen für Griechenland durch. Dazu gehört ein ,Grexit' genauso wie ein drittes Hilfspaket."

Liste zu Reformen liegt noch nicht vor

Der haushaltspolitische Sprecher der Unionsfraktion Eckhardt Rehberg, warnte allerdings davor, der Regierung in Athen voreilige Versprechungen zu machen. Zuerst müsse es konkrete Reformmaßnahmen geben. Die griechische Regierung habe noch "einen sehr weiten Weg vor sich bis zu einem dritten Hilfspaket".

Die linksgeführte Regierung in Athen verhandelt seit Monaten mit den Euroländern über die weitere finanzielle Unterstützung. Voraussetzung ist eine Liste mit belastbaren Reformen, die bisher nicht vorliegt. Die Euro-Finanzminister werden Athen deshalb am Montag voraussichtlich erneut auffordern, die Arbeiten zu beschleunigen, bevor Ende Juni das derzeitige Hilfsprogramm auslaufen würde.

mka/AFP / AFP