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Neuanfang im Krisenland Zypern wählt einen neuen Präsidenten


Auf den Nachfolger von Zyperns Präsident Dimitris Christofias wartet keine leichte Aufgabe: Er soll das Euro-Land vor der Pleite retten. Insgesamt bewerben sich elf Politiker auf das Amt.

Vor dem Hintergrund eines drohenden Staatsbankrotts wird in der Republik Zypern an diesem Sonntag ein neuer Staatspräsident gewählt. Um die Nachfolge des bisherigen linken Präsidenten Dimitris Christofias, der nicht mehr antritt, bewerben sich elf Politiker. Sollte im ersten Wahlgang keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen, findet am 24. Februar eine Stichwahl statt.

Erste Aufgabe des neuen Staatspräsidenten wird sein, das Euro-Mitgliedsland Zypern von der Pleite zu retten. Das Geld in den Staatskassen reicht nach Angaben der Regierung nur noch bis Ende März. Der Inselstaat braucht nach bisherigen Angaben aus offiziellen Quellen dringend 17,5 Milliarden Euro, um seine Staatsfinanzen und Banken zu stabilisieren. Dies entspricht der Wirtschaftsleistung eines Jahres.

Nur drei Kandidaten können sich Chancen ausrechnen

Bei der Wahl inmitten der Finanzkrise können sich nur drei Kandidaten Chancen ausrechnen. Als großer Favorit gilt der konservative Politiker Nikos Anastasiades. Umfragen zufolge könnte er in der ersten Runde auf mehr als 40 Prozent der Stimmen kommen. Der 66 Jahre alte, pro-europäische Politiker will für Zypern einen "Neustart". Den könne es nur mit Hilfe der EU geben.

Zwei seiner Gegenkandidaten liefern sich nach Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Einzug in eine mögliche Stichwahl. Es sind der linke Politiker Stavros Malas und der Vertreter der politischen Mitte, Giorgos Lillikas. Sie kommen in Umfragen jeweils auf rund 20 Prozent. Demoskopen halten einen Sieg von Anastasiades allerdings schon in der ersten Runde durchaus für möglich.

Über eine halbe Million Wähler

Die Wahl wird auch im türkisch-zyprischen Norden der Insel mit großer Aufmerksamkeit beobachtet. Die Insel ist nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention seit 1974 geteilt. Zypern ist seit 2004 Mitglied der EU. Das europäische Regelwerk gilt jedoch nur im griechisch-zyprischen Süden.

Die Wahl beginnt um 07.00 Uhr Ortszeit (06.00 MEZ). Die Wahllokale sollen um 18.00 Uhr Ortszeit (17.00 MEZ) schließen. Mit aussagekräftigen Hochrechnungen aufgrund von ausgezählten Stimmen wird gegen 18.30 MEZ gerechnet. Wahlberechtigt sind rund 545.000 Zyprer.

ds/DPA DPA

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