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Weihnachtsgeld: Ostdeutsche erhalten Sonderzahlung seltener

Fast 60 Prozent der Deutschen bekommen eine Jahressonderzahlung - jedenfalls, wenn man im Westen arbeitet. Im Osten können sich wenigstens 40 Prozent der Arbeitsnehmer über ein 13. Monatsgehalt freuen. Doch die Höhe der Summe schwankt beträchtlich.

Fast 70 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland erhalten ein Weihnachtsgeld oder eine andere Jahressonderzahlung. Dabei gibt es ein deutliches West-Ost-Gefälle, wie die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf berichtete. In den alten Bundesländern bekämen 60 Prozent der Beschäftigten ein Weihnachtsgeld, in den neuen Ländern nur 40 Prozent. Im Westen falle das Weihnachtsgeld zudem mit durchschnittlich 1669 Euro brutto deutlich höher aus als im Osten mit 1071 Euro.

Das Weihnachtsgeld werde in den meisten Branchen als fester Prozentsatz vom tariflichen Monatseinkommen gezahlt. Ein volles Monatsgehalt erhielten die Beschäftigten der Banken und der Süßwarenindustrie, in der Metallindustrie werden einschließlich des Urlaubsgelds 50 Prozent im Osten und 55 Prozent im Westen gezahlt. Keine Sonderzahlung gebe für Gebäudereiniger und das Bauhauptgewerbe in den neuen Ländern. Statt eines Weihnachtsgeldes zahlten einige Branchen eine Gewinnbeteiligung oder einen anderen Bonus. Ein kleiner Teil der Beschäftigten erhalte beides.

Große Schwankungen in der chemischen Industrie

In einzelnen Tarifverträgen sei vorgesehen, die Höhe der Sonderzahlung an die wirtschaftliche Lage der Unternehmen zu koppeln. In der chemischen Industrie könne sie zwischen 80 und 125 Prozent im Westen und zwischen 50 und 95 Prozent in Ostdeutschland schwanken. Einen solchen Korridor gebe es auch bei den Banken und der westdeutschen Süßwarenindustrie. Das Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Institut der Böckler-Stiftung hatte die Tarifverträge aus 23 Branchen ausgewertet und Beschäftigte nach der tatsächlichen Höhe der Sonderzahlungen befragt.

DPA / DPA