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Handel: Bisher nur verhaltenes Weihnachtsgeschäft

Der Knoten ist bisher bei den Käufern noch "nicht geplatzt". Der Handel setzt jetzt seine Hoffnung in das kommende, dritte Adventswochenende, an dem traditionell die größten Umsätze erzielt werden.

Das Weihnachtsgeschäft ist mit wenigen Ausnahmen bisher verhalten angelaufen. "Der Knoten ist noch nicht geplatzt", sagte dazu der Hauptgeschäftsführer des Berliner Einzelhandelsverbandes, Nils Busch-Petersen, am Samstag. Die Kundenfrequenz in den Geschäften an den größeren Einkaufsstraßen liege bei der "eines normalen Sonnabends". Die große Hoffnung werde auf das 3. Adventswochenende gesetzt, bei dem traditionell die größten Umsätze des alljährlichen Weihnachtsgeschäftes erzielt werden.

Bremst Diskussion um die Steuerreform?

Auch Geschäftsführer Dieter Weinreich von Karstadt in Düsseldorf setzt seine Hoffnung auf die nächsten beiden Samstage: "Vielleicht gibt es dann noch einen Kick." Im November hatte sein Haus noch ein zweistelliges Plus gegenüber dem Vorjahr erzielen können. "Seit dem 1. Dezember tun wir uns schwer", sagte Weinreich. Er vermutet, dass die politischen Diskussionen um Steuerreform und veränderte Sozialleistungen dafür verantwortlich sind.

Im Norden läuft's schleppend

Niedersachsens Einzelhandel ist mit dem diesjährigen Weihnachtsgeschäft bislang noch unzufrieden. "Es könnte besser sein", sagte der Sprecher des niedersächsischen Einzelhandels, Mark Krack, am Sonntag in Hannover. Zwar zeige die Tendenz in den Geschäften nach dem zweiten Adventssamstag nach oben, es werde aber nicht möglich sein, die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr zu steigern.

Bayern dagegen zufrieden

Hingegen äußerten sich die bayerische Einzelhändler auch am zweiten Advents-Samstag zufrieden über das Weihnachtsgeschäft. In größeren Städten des Freistaates wurden viele Kaufhäuser sogar noch besser besucht als eine Woche zuvor. "Viele Kunden nutzten den ersten Adventssamstag, um sich zu informieren und begannen erst an diesem Wochenende mit den Weihnachtseinkäufen", sagte Michael Hartisch, Geschäftsführer von Karstadt in Nürnberg.

Kein Ausgleich für den Rest des Jahres

Auch in Sachsen-Anhalt läuft das Weihnachtsgeschäft bislang gut. "Allerdings werden die Händler mit ihren Weihnachtsumsätzen die Kaufzurückhaltung im gesamten Jahr nicht ausgleichen können", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Kaufleute Sachsen-Anhalt (Magdeburg), Gero Hildebrandt. Er schätzt, dass der Jahresumsatz im Land diesmal um ein Prozent niedriger als 2002 ausfallen wird.

Wieder gefragt: Spielwaren

Gefragt waren bundesweit Spielwaren, Wintersportartikel und Winterbekleidung. Daneben standen Parfümerie-Artikel, Schmuck, CDs, DVDs, Bücher, Uhren und Unterhaltungselektronik auf der Wunschliste der Käufer.

DPA