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Hintergrund: Die Strategien der vier Großbanken

Noch sind die großen Vier allesamt Universalbanken, allerdings mit unterschiedlichen Strategien.

Noch sind die großen Vier allesamt Universalbanken, allerdings mit unterschiedlichen Strategien:

DEUTSCHE BANK:

Die traditionsreiche Bank ist das einzige deutsche Finanzhaus von Weltgeltung. Vor allem das Wertpapier- und Derivategeschäft zählt zu den großen Stärken. Gerüchte, die noch viel größere Citigroup würde die Deutsche Bank übernehmen, fielen an der Börse auf fruchtbaren Boden, entpuppten sich jedoch als Ente. Vorstandssprecher Josef Ackermann steht seit Januar im Düsseldorfer Mannesmann-Prozess vor Gericht.

HYPOVEREINSBANK:

Die durch Fusionen groß gewordene Münchner Bank bleibt in Bewegung. Das Geschäft mit Immobilienfinanzierungen und die österreichische Tochter Bank Austria wurden an die Börse gebracht, die norddeutsche Vereins- und Westbank soll vollständig in den Konzern integriert werden. Als Trumpfkarte gilt die starke Position der HypoVereinsbank in Osteuropa. Die Zahlen des ersten Quartals konnten die Analysten allerdings nicht überzeugen.

DRESDNER BANK:

Nach den gescheiterten Fusionsplänen mit der Deutschen Bank wurde das Geldinstitut 2001 von der Allianz übernommen. Der neue Chef Herbert Walter räumte im vergangenen Jahr über einen Rekordverlust die Bilanz auf, baut noch mehr Stellen ab und forciert die Zusammenarbeit mit dem Vertrieb der Konzernmutter. Aus dem Investmentbanking zieht sich die Dresdner Bank langsam zurück. Unklar ist, was mit dem Firmenkundengeschäft passiert.

COMMERZBANK:

Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller philosophiert jede Woche in den Medien über eine mögliche Fusion seiner Bank. Mal ist die HypoVereinsbank der Wunschpartner, mal ein Kreditinstitut aus dem europäischen Ausland. Sogar die Analysten des Konkurrenten aus München bescheinigen der Commerzbank, derzeit «der sexyste Übernahmekandidat auf dem Markt» zu sein. Die Gewinne steigen, doch klar definierte Schwerpunkte hat die Co-Bank noch nicht gesetzt.

DPA