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Hausbesitzer Nostalgie erschwert Eigenheimverkauf

Für einen geliebten Familiensitz verlangen Verkäufer oft mehr, als das Haus wert ist
Für einen geliebten Familiensitz verlangen Verkäufer oft mehr, als das Haus wert ist
© colourbox
Viele Eigenheimbesitzer überschätzen beim Hausverkauf oft den Wert ihres Eigenheims und bleiben dann darauf sitzen. Unabhängige Immobilienberater können helfen, diesen Fehler zu vermeiden - damit die Immobilie doch noch erfolgreich an den Mann gebracht wird.

Hausbesitzer, die ihr Eigenheim verkaufen wollen, stehen vor einer schwierigen Aufgabe. Meist sind mit dem Haus familiäre Erinnerungen und Emotionen verbunden. Deshalb fällt es ihnen schwer, den Wert der Immobilie realistisch einzuschätzen. "Häufig wird der lieb gewonnene Familiensitz über andere, vergleichbare Immobilien gestellt, obwohl bei genauer Betrachtung kein Anlass dazu besteht", sagt Robert Anzenberger, Vorstand des Immobiliendienstleisters "PlanetHome". Er empfiehlt unsicheren Verkäufern deshalb, einen unabhängigen Immobilienberater zu beauftragen, der den Verkauf ohne persönliche Betroffenheit abwickeln kann. Erfahrene Makler vermeiden Fehler, die private Verkäufer oft machen.

Der Hauptfehler dabei ist die überhöhte Preisforderung. Diese hat nach den Erfahrungen der Immobilienexperten oft bittere Konsequenzen. Wenn das Angebot wegen eines zu hohen Preises übermäßig lange durch den Annoncenteil der Zeitungen geistert, wird noch nicht einmal darüber verhandelt. Interessierte Investoren wenden sich ganz ab, denn niemand möchte einen Ladenhüter kaufen. Am Ende muss der Verkäufer dann sein Eigenheim weit unter dem Marktpreis abgeben.

Ein Vergleich vergleichbaren Häusern ist empfehlenswert

Vor dem ersten Zeitungsinserat sollten sich Verkäufer deshalb einen Überblick über den Markt verschaffen. Hilfreich kann dabei der Preisspiegel des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) sein. Darin sind die Durchschnittspreise für Wohnimmobilien in rund 270 Städten aufgeführt. Auch in regionalen Tageszeitungen finden sich Hinweise über das Niveau der Immobilienpreise. Ein Vergleich mit Angeboten von Häusern in ähnlicher Lage und Ausstattung ist empfehlenswert. Weitere Tipps gibt es von den Landesbausparkassen (LBS). Sie haben jetzt den kostenlosen Ratgeber "Markt für Wohnimmobilien 2008" veröffentlicht, der einen Preisspiegel für rund 650 Städte enthält, darunter für über 80 Großstädte. Er gibt einen Überblick über die Marktlage im Neubau und Bestand, wobei jeweils die Preisspannen und der am häufigsten anzutreffende Kaufpreis angegeben sind. Der Ratgeber ist im Internet unter lbs.de/publikationen abrufbar.

Ein Wertgutachten von einem Gutachter kann helfen

Nützliche Informationen sind auch bei den Gutachterausschüssen der Kommunen und Kreisverwaltungen erhältlich. Sie registrieren alle Kaufpreise für Immobilien in ihrer Region und bilden daraus Bodenrichtwertkarten. Um einen realistischen Preis für die Immobilie zu finden, ist es ratsam, ein Wertgutachten von einem unabhängigen Gutachter erstellen lassen, empfiehlt der Bauherren-Schutzbund (BSB). Das bietet einen Überblick über die technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Grundstücks. Ein fachkompetent erstelltes Gutachten enthält die vollständige Angabe aller Informationsquellen, die komplette Darstellung der Untersuchungen sowie die Dokumentation aller ermittelten Daten. Es beinhaltet außerdem eine exakte Grundstücksbeschreibung mit Lage, Umgebung, Erschließung, tatsächlicher und zulässiger Nutzung. Die Baubeschreibung enthält Bauweise, den Bauzustand des Hauses und der Außenanlagen. Außerdem informiert das Gutachten über das Wertermittlungsverfahren. Dazu gehören Bodenrichtwert und Bodenwert, Vergleichspreise und Ertragswerte.

Wohneigentum ist ein teures Gut

Altbauten benötigen beim Verkauf außerdem einen Energiepass, der Aufschluss über die Energieeffizienz und den wärmetechnischen Zustand des Hauses gibt. Dieser muss von einem Fachmann ausgestellt werden. Mit professionell erstellten Verkaufsunterlagen kann der Verkäufer dann seine Immobilie im Verkaufsgespräch überzeugend präsentieren. Nicht selten kommt es aber vor, dass private Hausbesitzer ihr Einfamilienhaus mittels eines schwarz-weiß kopierten Handzettels verkaufen möchten. "Die ernten nur ein müdes Lächeln", so Robert Anzenberger. Interessenten wollen Fakten sehen. Schließlich ist Wohneigentum ein teures Gut. Wichtig ist es, das Haus der richtigen Zielgruppe anzubieten, meint der Experte. Auch hier werden immer wieder Fehler gemacht. "Wer eine teure Villa am schwarzen Brett im Supermarkt feilbietet, wird genauso wenig Erfolg haben wie jemand, der ein billiges Hauptstraßen-Apartment in einer hochwertigen Immobilienzeitschrift inseriert." Zudem muss der Anzeigentest angemessen sein. Er darf weder zu langweilig noch zu reißerisch sein. Am besten ist es, das Verkaufsangebot sachlich zu formulieren. Alle Angaben sollten korrekt und frei von Übertreibungen sein.

Reiner Fischer/DDP DDP

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