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Internethandel: Weihnachtseinkauf per Mausklick

Alle Jahre wieder - verstopfte Innenstädte und hoffnungslos überfüllte Kaufhäuser machen den Weihnachtseinkauf für viele zum Horrortrip. Um der stressigen Geschenkesuche zu entgehen gibt es eine Alternative: das Shoppen im Internet.

Bequem am heimischen Bildschirm ordern sie per Mausklick ihre Präsente - von der Spielzeugeisenbahn bis zum DVD-Player oder edler Designermode. Das Geschäft im Netz lässt zu Weihnachten auch die Kassen der traditionellen Handelshäuser zusätzlich klingeln. Verbraucherschützer warnen allerdings vor Risiken bei Bezahlung und Versand. "Der Online-Handel hat im Weihnachtsgeschäft wachsende Bedeutung", betont Martin Schleinhege von KarstadtQuelle. Der Essener Handelsriese beziffert den Umsatzanteil von e-commerce am Gesamtumsatz auf 12 Prozent. Allein im vergangenen Jahr seien online für knapp 1,6 Milliarden Euro Waren verkauft worden. Die Kundenstruktur habe sich allerdings gewandelt. "Es sind nicht mehr nur die Technik-Freaks aus der Gründerzeit. Frauen und Ältere haben beim Online-Handel stark aufgeholt", berichtet Schleinhege.

Online-Anteil bei Geschäften immer größer

Für Tchibo ist der Online-Handel mittlerweile zur "wesentlichen Säule des Geschäfts" geworden. Die Internet-Shops machten 2003 bereits 40 Prozent des Versandgeschäfts bei Tchibo aus. Unter den deutschen e-commerce-Anbietern rangiert der zum Handelsriesen gewandelte Kaffeeröster auf Platz zwei gleich hinter dem Internet- Buchhändler Amazon.

Auch der schwedische Möbelkonzern Ikea sieht im Internethandel einen wichtigen zusätzlichen Vertriebskanal. "Unsere Kunden schauen sich die Waren real im Laden an und kaufen dann zu Hause per Computer", sagt eine Unternehmenssprecherin. Der Lebensmitteldiscounter Plus verkauft seit gut drei Jahren auch via Internet. Mittlerweile hat das zur Tengelmanngruppe gehörende Unternehmen in seinem Online-Shop eine eigene Produktlinie jenseits des klassischen Lebensmittelsortiments. So werden dort auch die "Traumhochzeit zu kleinen Preisen", Kontaktlinsen oder ganze Häuser angeboten. Speziell zu Weihnachten gibt es Glühweinautomaten, beleuchtete Lebkuchendörfer oder Kunsttannen.

17 Prozent mehr Umsatz

Der Einzelhandelsverband HDE rechnet für dieses Jahr im Internet-Geschäft mit einem Umsatz von rund 13 Milliarden Euro, 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil des Online-Handels am Gesamtumsatz der Branche sei mit rund zwei Prozent aber noch sehr gering. 2003 wurden im Einzelhandel im November und Dezember insgesamt rund 69 Milliarden Euro umgesetzt, im Online-Weihnachtsgeschäft waren es etwa eine Milliarde Euro.

Viele Unternehmen locken zu Weihnachten auch mit ganz speziellem Service im Netz. So können beim Versandhaus Quelle Lastminute-Käufer ihre Bestellung für bestimmte Waren per Computer bis zum 23. Dezember, 12.00 Uhr mittags aufgeben. Die pünktliche Lieferung unter den Weihnachtsbaum werde dann noch garantiert. Bei Tchibo - wie auch bei anderen Unternehmen - hilft ein Geschenke-Finder bei der Suche nach Präsenten. Werden im Internet Alter, Geschlecht und Typenbeschreibung wie "Langschläfer" oder "Luxusweib" eingegeben, liefert der Hamburger Konzern eine Liste von passenden Geschenkideen. Darüber hinaus schickt Tchibo auf Kundenwunsch auch den Weihnachtsbaum nach Hause.

Auf Zahlungsmodalitäten achten

Das Internet-Auktionshaus eBay bietet sogar den ganz persönlichen Geschenkeplaner. Interessierte können im Netz ihren Weihnachtsorganizer mit einer Liste mit Geschenkideen und Leuten, die sie beschenken wollen, zusammenstellen. Am Computer zu Hause blinkt es dann auf, wenn entsprechende Angebote eingehen.

Verbraucherschützer raten allerdings, beim Weihnachtsshopping im Internet auf die Zahlungsmodalitäten zu achten. Am sichersten sei der Kauf auf Rechnung oder Probe wie es die meisten großen Versandhäuser anbieten. Riskant können Teillieferungen sein. "Wenn dann beim Empfang der Warensendung ausgerechnet das Geschenk für die Oma fehlt, kann das unterm Weihnachtsbaum zu kleinen Katastrophen führen", warnt Bernd Ruschinzik von der Berliner Verbraucherzentrale.

Maren Martell, dpa / DPA