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arbeiten-ausland: Arbeiten in Italien

Das Land ist durch ein starkes Nord-Süd-Gefälle gekennzeichnet. Einem reichen industrialisierten Norden steht ein armer landwirtschaftlich dominierter Süden gegenüber. Die besten Jobchancen bieten sich zwischen Mailand, Turin und Genua.

Arbeitserlaubnis: Nicht-EU-Bürger benötigen eine Arbeitserlaubnis. Sie haben bei der Arbeitssuche die gleichen Rechte wie Einheimische oder EU-Bürger. Letztgenannte sind automatisch arbeitsberechtigt.

Arbeitsvertrag: Unbefristete Arbeitsverträge müssen schriftlich fixiert sein. Sie enthalten Informationen über den Beginn des Arbeitsverhältnisses, die Dauer der Probezeit, die Arbeitszeit und die Berufsgruppenzugehörigkeit. Hinzu kommen die Tätigkeitsbeschreibung, der Arbeitsort, das Recht des Arbeitgebers, den Ort zu verlegen, das Gehalt und etwaige spätere Erhöhungen sowie eventuelle Vereinbarungen über eine zeitliche und örtliche Begrenzung der Tätigkeit. Die Probezeit ist gesetzlich auf maximal sechs Monate begrenzt. Tarifvertraglich wird häufig eine kürzere Höchstdauer als die gesetzlich vorgeschriebene vereinbart und ist eine Verlängerung der Probezeit im Falle von Krankheit bzw. Arbeitsunfällen vorgesehen. Die Kündigungsfrist hängt von der Position und der Firmenzugehörigkeit ab und beträgt ein bis drei Monate. Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird in jedem Fall eine Abfindung gezahlt, egal von welcher Seite die Kündigung ausgesprochen wird. Arbeitszeit: Im Allgemeinen umfasst die Arbeitswoche fünf Tage und mindestens einen gesetzlichen Ruhetag, normalerweise den Sonntag. Zahlreiche Tarifverträge sehen eine wöchentliche Arbeitszeit von 36 (in öffentlichen Diensten) und 40 Stunden (in der Industrie) vor (häufig 40 Stunden im Rahmen der 5-Tage-Woche).

Aufenthaltsgenehmigung: Wer länger als drei Monate in Italien bleiben will, muss sich innerhalb von acht Tagen nach der Einreise beim Polizeipräsidium (Questura) des Wohnortes anmelden und eine Aufenthaltsgenehmigung (Permesso di soggiorno) beantragen. Auch die Familienangehörigen sind aufenthaltsberechtigt.

Gehalt: Im Vergleich zu Deutschland fallen die Gehälter im Schnitt 20 bis 40 Prozent niedriger aus. Ein 13. Gehalt ist weit verbreitet, zum Teil wird auch ein 14. Monatsgehalt gezahlt. Während des Urlaubs erfolgt die übliche Bezahlung. Ein zusätzliches Urlaubsgeld ist nicht vorgesehen. Alle sechs Monate werden die Gehälter dem inflationsbedingten Kaufkraftverlust angepasst. Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge werden vom Arbeitgeber einbehalten.

Soziale Absicherung: Das System der sozialen Sicherheit umfasst in Italien den Nationalen Gesundheitsdienst mit Mutterschaft und Tuberkulosehilfe, die allgemeine Invaliditäts- und Rentenversicherung, die Versicherung gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten und die Arbeitslosenversicherung sowie Familienleistungen. Die Leistungen liegen teilweise erheblich unter deutschem Niveau. Wer es sich finanziell erlauben kann, nimmt bei schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen die Dienste von Ärzten mit Privatliquidation in Anspruch, ebenso bei Zahnbehandlungen und Krankenhausaufenthalten. Die Altersrente setzt bei Frauen mit Vollendung des 60., bei Männern mit Vollendung des 65. Lebensjahres ein.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Arbeiter haben Anspruch auf die Zahlung von Krankengeld durch den jeweiligen Sozialleistungsträger. Grundsätzlich entspricht die Höhe der Zahlungen dem normalen Arbeitsentgelt. Gezahlt wird das Krankengeld nach dem vierten Krankheitstag. Tarifvertraglich sind häufig Krankengeldzahlungen in Höhe von 80 bis 100 Prozent vom ersten Krankheitstag an vorgesehen. Angestellte haben Anspruch auf volle Gehaltsfortzahlung durch den Arbeitgeber vom ersten Krankheitstag an. Die Schutzfrist kann bis zu sechs Monate betragen, Tarifverträge sehen häufig eine längere Dauer vor. Während dieser Zeit ist die Entgeltfortzahlung bzw. das Krankengeld garantiert, und das Arbeitsverhältnis kann durch den Arbeitgeber nicht wegen Fernbleibens von der Arbeit gekündigt werden. Weitere Informationen über das italienische Sozialsystem sind beim Isituto Nazionale della Previdenza Sociale erhältlich.

Urlaub: Zwar ist ein genereller Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub gesetzlich geregelt, nicht jedoch die Dauer. Tarifverträge sehen im allgemeinen vier Wochen bezahlten Urlaub vor. Gesetzlich vorgesehen sind außerdem 15 Feiertage. Hinzu kommt der Namenstag des Schutzpatrons der jeweiligen Gemeinde. Viele Unternehmen machen im Sommer drei Wochen Betriebsferien, die vierte Woche nehmen Arbeitnehmer nach individueller Vereinbarung.

Visum: Bürger eines Landes, das nicht dem Schengener Abkommen angehört, brauchen ein Visum. Ein Visum für einen Arbeitsaufenthalt wird für maximal zwei Jahre erteilt. Voraussetzung ist ein Arbeitsnachweis.