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arbeiten-ausland: Arbeiten in Spanien

Das Land zwischen Pyrenäen und Gibraltar ist ein beliebtes Reiseziel, besonders bei Deutschen. Wer weniger auf den Strand und mehr auf die Karriere aus ist, hat besonders als Ingenieur gute Chancen.

Arbeitserlaubnis: Staatsangehörige der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums benötigen keine Arbeitserlaubnis. Bürger anderer Staaten müssen eine Genehmigung vorweisen. Arbeitsvertrag: Im »Boletín Official del Estado« sind die rechtlichen Grundlagen für Arbeitsverträge festgeschrieben. Oftmals wird im Arbeitsvertrag auf die einzelnen Punkte dieser Verordnung verwiesen, ohne sie im einzelnen auszuformulieren. Im Arbeitsvertrag sollten das Arbeitsentgelt plus Zuschläge, die Probezeit, die Arbeitszeit, der Urlaubsanspruch und die Kündigungsfrist festgelegt sein. Je nach Qualifizierung kann die Probezeit 15 Tage (unqualifiziertes Personal) bis maximal neun Monate (Führungskräfte) betragen. Die Kündigungsfrist liegt in der Regel bei drei Monaten.

Arbeitszeit: Die tarifvertraglich vereinbarte Arbeitszeit beträgt im Allgemeinen 36 bis 38 Stunden wöchentlich. Gesetzlich zulässig ist eine tägliche Arbeitszeit von neun Stunden und eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden im Jahresdurchschnitt, es sei denn, eine andere Aufteilung der täglichen Arbeitszeit wäre tarifvertraglich vereinbart worden. Das Gesetz gewährleistet eineinhalb Ruhetage in der Woche, die über einen Zeitraum von 14 Tagen akkumuliert werden können. Im Allgemeinen ist dies der Samstagnachmittag oder Montagvormittag und der Sonntag.

Aufenthaltsgenehmigung: Bei einem Aufenthalt, der länger als drei Monate dauern soll, muss innerhalb eines Monats nach der Einreise eine Aufenthaltsgenehmigung (Tarjeta de residencia) beantragt werden. Der Antrag wird bei der Ausländerbehörde (Oficina de Extranjeros) oder, wenn nicht vorhanden, beim Polizeikommissariat der Provinz des Aufenthaltsortes unter Vorlage einer Kopie des gültigen Passes, von drei Passbildern und einer Kopie des Arbeitsvertrages gestellt. Manche beauftragen auch einen sogenannten »Gestor«, der sich beruflich um diese Angelegenheiten kümmert. Im Normalfall wird die Aufenthaltsgenehmigung für einen Zeitraum von fünf Jahren erteilt, wobei das Verfahren bis zu sechs Monate dauern kann. Auch die Familienangehörigen sind aufenthaltsberechtigt.

Gehalt: In Spanien gibt es ein gesetzlich garantiertes Mindesteinkommen. Seine Höhe wird jährlich von der Regierung nach Anhörung der größten Gewerkschaften überprüft. In vielen Bereichen legen die Tarifbestimmungen die Gehälter entsprechend der beruflichen Kompetenzen fest. Zum Mindestgehalt kommen je nach Arbeitsvertrag Zuschläge für die Zeit der Betriebszugehörigkeit, Fahrkostenerstattung und ähnliches. Üblich sind 14 Monatsgehälter, die auch über das Jahr verteilt ausgezahlt werden können. Eine Anpassung an die Inflation ist üblich. Verglichen mit dem deutschen Lohnniveau sind die Gehälter in Spanien im Schnitt 30 bis 50 Prozent niedriger. Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge (etwa sieben Prozent) werden vom Arbeitgeber einbehalten. Wichtig ist der Besitz einer Sozialversicherungskarte (Cartilla de la seguridad social).

Soziale Absicherung: Jeder Angestellte ist in der Sozialversicherung (Seguridad Social) pflichtversichert. Selbstständige haben die Möglichkeit, sich bei einer privaten Krankenversicherung zu versichern. Die Sozialversicherung beinhaltet die Krankenversicherung, Invalidität, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten, Alter, Arbeitslosigkeit und Kindergeld. Eine Altersrente wird ab dem 65. Lebensjahr gezahlt. Die Beiträge sind nach Einkommen und Berufsgruppen gestaffelt und werden der jährlichen Preis- und Gehaltsentwicklung angepasst.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Vom vierten bis zum 20. Tag der Erkrankung erhält der Arbeitnehmer 60 Prozent des Arbeitsentgelts (bis zu einem gewissen Höchstbetrag), danach 75 Prozent. Nach zwölf Tagen wird das Geld nicht mehr vom Arbeitgeber gezahlt, sondern die Krankenversicherung übernimmt die Zahlungen über den Arbeitgeber (delegierte Zahlung). Diese Leistungen werden oft von Ausgleichszahlungen durch den Betrieb begleitet, wenn Betriebsvereinbarungen dies vorsehen, wodurch bisweilen bis zu 100 Prozent des Arbeitsentgelts erreicht werden. Urlaub: Das Gesetz überlässt es tariflichen Vereinbarungen, die Zahl der bezahlten Urlaubstage festzulegen, wobei es jedoch ein Minimum (Samstage und Sonntage inklusive) von 30 Tagen für ein geleistetes Arbeitsjahr vorschreibt. Hat ein Arbeitnehmer diese Betriebszugehörigkeit nicht zu verzeichnen, wird der Urlaub anteilig nach der bereits gearbeiteten Zeit berechnet. Neben den Urlaubstagen dürfen sich Arbeitnehmer auf (maximal) 14 bezahlte Feiertage freuen, von denen zwei lokale Feste sind.

Visum: Alle EU-Bürger dürfen ohne Visum einreisen. Ein gültiger Personalausweis oder Reisepass genügt.