HOME

Arbeitslose: Strafen für arbeitsunwillige Erntehelfer

Härtere Zeiten für Arbeitslose: Die Bundesagentur will die Leistungen kürzen, wenn sich Betroffene vor Erntearbeit drücken wollen. Hartz-IV-Empfängern drohen Einbußen von bis zu 20 Prozent.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will strenger gegen Arbeitslose vorgehen, die Erntearbeit ablehnen oder abbrechen. Die Betroffenen müssten auch mit Leistungskürzungen rechnen, erklärte BA-Sprecher Ulrich Waschki und bestätigte damit einen Bericht der Tageszeitung "Die Welt". Die Behörde hat an ihre Mitarbeiter so genannte Arbeitshilfen mit begleitenden Weisungen gegeben, in die erstmals explizit Sanktionen und Leistungskürzungen aufgenommen wurden, wie Waschki sagte.

Ziel sei ein einheitliches Verfahren aller Arbeitsagenturen. Grundsätzlich gelte weiterhin, dass nur diejenigen Arbeitslosen als Erntehelfer arbeiten müssen, die sich dazu bereit erklären. Wer die Tätigkeit ablehne oder aber trotz Zusage abbreche, dem "werden wir genau auf die Finger schauen warum", erklärte der Behördensprecher.

Arbeitslose, die sich als Erntehelfer gemeldet haben und dann nicht erscheinen oder abbrechen, müssten bei ALG II mit Leistungskürzungen zwischen zehn und 20 Prozent rechnen, erklärte Waschki. Bei ALG I-Empfängern könnten die Leistungen einige Tage gesperrt werden.

Arbeitslose, die eine Tätigkeit als Erntehelfer ablehnen, sollen stattdessen Ein-Euro-Jobs annehmen oder in Trainingsmaßnahmen zeigen, "ob sie ein grundsätzliches Problem mit Arbeit haben", wie Waschki sagte. Auch hier könne es bei Nichterscheinen oder andauernden Verspätungen zu Leistungskürzungen kommen. "Das sind unsere Wege zu sehen, ob jemand mitmachen will", sagte der BA-Sprecher. Seinen Angaben zufolge sollen ähnlich wie im vergangenen Jahr rund 30.000 ausländische Saisonarbeiter durch deutsche Arbeitslose ersetzt werden. Bauernverbände hatten geklagt, dass in der vergangenen Saison nur rund die Hälfte der deutschen Erntearbeiter durchgehalten hatte.

AP / AP